Das müssen Sie zum neuen Supermarkt wissen

Lütgendortmunder Straße

An der Lütgendortmunder Straße entsteht ein neuer Supermarkt. Seit mehr als vier Jahren warteten die Bürger auf den Baubeginn - am Donnerstag rollten die ersten Bagger auf dem Parkplatz an. Noch in diesem Jahr soll der Vollversorger eröffnen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

LÜTGENDORTMUND

, 27.01.2017, 15:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Warum hat das so lange gedauert?

Die Entwürfe des Architekturbüros Bieber, die dieser Redaktion vorliegen, stammen aus dem Jahr 2012 – so lange haben sich die Planungen für den neuen Vollversorger in Lütgendortmund hingezogen. Zunächst standen Emissionsmessungen des Umweltamtes an, danach musste der Bebauungsplan immer wieder überarbeitet werden.

Wer wird der Vollversorger sein?

Rewe wird in den Neubau ziehen - und zwar vom ehemaligen Konze-Haus an der Werner Straße zur Lütgendortmunder Straße. Kritiker hätten es lieber gesehen, wenn das Konze-Haus saniert worden wäre. Rewe hatte allerdings schon 2014 bei einer Bürgerinformation abgewunken, weil sich die Verkaufsfläche auf zwei Etagen aufteilt und Parkplätze fehlen. Die Lebensmittelkette hatte sich damals bereit erklärt, solange im Konze-Haus zu bleiben, bis der Neubau fertig ist. Dort sind zurzeit 44 Mitarbeiter beschäftigt. Sie sollen am neuen Standort übernommen werden. 

Wie soll der Neubau aussehen?

Auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern baut Investor Diag (Dreier Immobilien) den neuen Supermarkt. Die Verkaufsfläche wird 1810 Quadratmeter umfassen. Im Erdgeschoss werden sich der Rewe-Markt sowie ein Bäcker mit Gastro-Bereich und Terrasse ansiedeln. Wie die Warenausrichtung im neuen Markt aussehen wird und welcher Bäcker das Café betreiben wird, dazu gibt es noch keine Informationen.

Der neun Meter hohe Neubau wird auch ein Obergeschoss bekommen, in dem die Sozialräume eingerichtet werden. Sie zeigen in nordwestliche Richtung, also zur Lütgendortmunder Straße. Anlieferung und Lager liegen künftig im Süden. Dort grenzt der Markt an den Park der Generationen an.

Ansonsten prägen Glas, Naturstein und Klinker die Fassade, das Dach wird grün: Moos und Kraut sollen dort wachsen. Das helfe, das Regenwasser abzuleiten, schütze das Dach und verbessere das Klima.

Auf dem Parkplatz, wo jetzt der Rewe gebaut wird, war doch sonst immer die Bartholomäuskirmes. Fällt sie künftig aus?

Auf keinen Fall, betont Georg Ohmann vom Dortmunder Ordnungsamt. Vom 25. bis zum 28. August werde definitiv die Bartholomäuskirmes stattfinden. Gemeinsam mit den Schaustellern habe man sich zusammengesetzt, um eine Lösung zu finden. „Wir nutzen den benachbarten westlichen Parkplatz, wo sonst die Wohnwagen standen.“ Zwei Kirmes-Attraktionen weichen auf die gegenüberliegende Straßenseite aus.

Durch geschicktes Umstellen könne man wie in den Vorjahren neun Fahrgeschäfte und ein Laufgeschäft an der Lütgendortmunder Straße unterbringen. Die Politik habe den Planern signalisiert, dass der Markt bis August fertig sein müsse, erklärt Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp (SPD). Wenn nicht, solle zumindest die Fläche hergerichtet werden, damit die Schausteller-Wohnwagen dort stehen können.

Wie sieht es überhaupt mit den Parkplätzen aus?

Statt 189 Parkplätze gibt es dort künftig nur noch 68. In der Umgebung werden es insgesamt noch 239 sein. Laut Verkehrsgutachten werden die jedoch samstags nicht ausreichen. Wenn es zwei Jahre lang so ist, dass der "Parkdruck" regelmäßig hoch ist, soll der Parkplatz an der Feuerwache erweitert werden. Dort werden übrigens auch die Container für Glas, Papier und Textilien stehen: an der Lütgendortmunder Straße 158.

Was wird denn aus dem alten Konze-Haus, wenn Rewe ausgezogen ist?

Ein Leerstand wäre fatal für den Ort, gleichzeitig haben kleinere Firmen und eine Praxis ebenfalls ihren Sitz in dem alten Konze-Haus. Das Gebäude gehört einer englischen Fondsgesellschaft. Auf Anfrage teilt Karsten Kujus, Vorstand der Vermögensverwaltung Curator rem AG, für die Eigentümerin mit, dass es noch keinen Nachmieter für die Fläche gebe. Und verkündet dann: „Seitens der Eigentümerin ist ein Verkauf der Liegenschaft im Jahr 2017 vorgesehen. Vorzugsweise an einen regionalen Projektentwickler, welcher die erforderlichen Umbauarbeiten und eine damit einhergehende Sanierung mit einem neuen Konzept vornimmt.“ 

Warum bekommt Lütgendortmund keinen Drogeriemarkt?

Weil offenbar keine geeignete Immobilien vorhanden sind - oder der Standort nicht in das Konzept der Ketten passt. Die Lage zwischen Indupark und Ruhrpark ist schwierig. Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp (SPD) ist auch der Meinung, dass Lütgendortmund dringend einen Drogeriemarkt benötigt. Ulrich Neidel von Aktiv im Ort hofft, dass jetzt Bewegung in den Ort kommt. In Lütgendortmund fehle ein „Highlight“, vielleicht hätten jetzt andere Firmen und Betriebe Interesse, sich dort niederzulassen. 

Was ist an den Gerüchten dran, dass der Centershop schließt?

Wir haben bei der Firma nachgefragt. Die Antwort: Eine Schließung der Filiale an den Limbecker Straße sei nicht geplant.