Das Pixelprojekt Ruhrgebiet steht vor dem Aus

Ausstellung in Gelsenkirchen

Fast 300 Fotografen, 477 Serien, über 9000 Bilder - das Pixelprojekt Ruhrgebiet bildet seit 14 Jahren das digitale Gedächtnis der Region. Nun steht es vor dem Aus. Die vielleicht letzte Ausstellung ist bis zum 30. September 2017 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen zu sehen.

GELSENKIRCHEN

, 12.06.2017, 15:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Pixelprojekt Ruhrgebiet steht vor dem Aus

Die Serie "Zootopia" enthält Aufnahmen aus Ruhrgebiets-Zoos.

Dem Projekt fehlt das nötige Geld, da das Land NRW bereits in diesem Jahr den fünfstelligen Förderbetrag streicht.

Bis zum 30. September können Besucher die womöglich letzte Ausstellung "Neuaufnahmen 2016/2017: Regionalität im Bild erfahren - über die Augen direkt ins Herz" im Wissenschaftspark Gelsenkirchen sehen.

Jury wählt jedes Jahr die besten Bilder

"Es ist schmerzhaft", sagt Peter Liedtke traurig. 2003 war er Mitbegründer des Pixelprojekts Ruhrgebiet, in dem jedes Jahr Fotografen ihre persönlichen Aspekte des Ruhrgebiets zusammentragen.

Mittlerweile beteiligen sich 293 Künstler. Sie reichen ihre Arbeiten im Internet ein und eine Jury wählt die besten von ihnen aus. Aufgegeben hat Liedtke das Pixelprojekt jedoch noch nicht.

Motive reichen von Naturaufnahmen bis zu emotionalen Porträts

In der neuen Ausstellung zeigt der Wissenschaftspark Gelsenkirchen rund 100 Fotografien von 18 Fotografen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausstellung Pixelprojekt Ruhrgebiet 2016/17

Im Pixelprojekt Ruhrgebiet sammeln fast 300 Fotografen persönliche Eindrücke der Region - seine Natur, sein Stadtbild, seine Bewohner. Seit 14 Jahren ist so das "digitale Gedächtnis der Region" auf über 9000 Arbeiten gewachsen. Aufgrund fehlender Förderung vom Land NRW könnte die neue Ausstellung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen die letzte des Projektes sein. Unter dem Titel "Neuaufnahmen 2016/2017: Regionalität im Bild erfahren - über die Augen direkt ins Herz" zeigen hier 18 Fotografen ihre Sicht auf das Ruhrgebiet.
12.06.2017
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In "PAIN!" präsentiert David Klammer Bilder vom Hindu-Tempel in Hamm.© Foto: David Klammer
Die Serie "Homestories" zeigt Aspekte der regionalen Migrationsgeschichte.© Foto: Alexandra Breitenstein
In der Serie "Kohlenpott-Kinder" beschäftigt sich Karsten Fricke mit der Jugend in Industriegebieten.© Foto: Karsten Fricke
Die Serie "Mercedes Benz" des Pixelprojekts Ruhrgebiet erzählt die Geschichte eines passionierten Autoschraubers.© Foto: Christoph Jendral
Die Modernisierung von Arbeitervierteln in "Umbau".© Foto: Wolfgang Fröhling
Um die Wohnverhältnisse im Duisburger Stadtteil Marxloh geht es in "No Go - Go Now".© Foto: Jasmine Shah
2005 und 2015 besuchte Yolanda vom Hagen Bewohner der Karlstraße in Düsseldorf.© Foto: Yolanda vom Hagen
Ein Vogelschwarm aus der Serie "hier und jetzt - mein zwanzig Pfennig Ruhrgebiet"© Foto: Daniel Kessen
"Im Gleisdreieck Duisburg" stellt das soziale Miteinander im Ruhrgebiet dar.© Foto: Frank B. Napierala
Aufnahme aus einem Flüchtlingsheim von Jutta Schmidt© Foto: Jutta Schmidt
Die Serie "Nebensaison" dokumentiert den Bau des Dortmunder Phoenixsees.© Foto: Jutta Schmidt
Die Serie "Zootopia" enthält Aufnahmen aus Ruhrgebiets-Zoos.© Foto: Robert Schumacher
Tom Stern schaut in "Das große Spiel: Ausstellungsaufbau" hinter die Kulissen einer Kunstausstellung.© Foto: Tom Stern
Die Serie "FIBO" dokumentiert eine Fitnessmesse.© Foto: Tom Stern
Halb abgerissene Häuser sind das Thema in "Vergangenheimat".© Foto: Martin Strathmann
Eine Bilderreise durch die problembehaftete Dortmunder Nordstadt macht der Betrachter der Serie "Dortmund Nord".© Foto: Cornelia Wimmer

Die Motivauswahl reicht von Tier- und Naturaufnahmen über Fotos aus sozialen Brennpunkten bis zu historischen Dokumentationen. Geschichten einer ganzen Generation reihen sich an emotionale Einzelporträts.

"Das große Warten" zeigt ein steril-weißes Flüchtlingsheim

So zeigt Brigitte Krämer etwa in "Das große Warten" Geflüchtete aus verschiedensten Blickwinkeln, aber auch eine steril-weiße Flüchtlingsunterkunft vor dem Einzug der Bewohner.

Naturaufnahmen, wie in Simon Grunerts "Panta Ruhr" oder die tierische Serie "Zootopia" von Robert Schumacher, zeigen die grünen Facetten des Ruhrgebiets.

Zwei Ideen könnten Pixelprojekt noch retten

Bemerkenswert ist Yolanda vom Hagens Serie "Im Pott", in der sie Fotos von denselben Bewohnern der Düsseldorfer Karlstraße im Abstand von zehn Jahren zeigt.

Um das Pixelprojekt noch zu retten, habe Peter Liedtke "ein bis zwei Ideen, die funktionieren könnten", sagt er. Ganz abzuschreiben ist das Projekt also noch nicht.tivi

: "Neuaufnahmen 16/17", bis 30.9., Munscheidstraße 14, Mo-Fr 6-19 Uhr, Sa 7.30-17 Uhr.

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