Das sind die Klassik- und Kunst-Höhepunkte im April

Tipps der Kulturredaktion

In den Osterferien machen auch die Konzerthäuser Pause. Aber in der zweiten April-Hälfte stellen sie dann nicht nur alle ihre neuen Spielpläne vor, sondern starten mit vielen Stars, die sich der unterhaltsamen Muse widmen, in den Frühling. In den Museen jedoch eignen sich viele schöne Ausstellungen auch für einen Ausflug. Dies sind die Tipps der Kulturredaktion für den April.

DORTMUND

, 31.03.2015, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das sind die Klassik- und Kunst-Höhepunkte im April

In Texas traf Wim Wenders diese freundlichen Busse. »Joshua and John (behind)« heißt das Foto aus dem Jahr 1983 - demnächst zu sehen in Düsseldorf.

Mit Spannung erwarten die Klassikfreunde den Arienabend von Jonas Kaufmann am 17. April im Konzerthaus Dortmund. Denn da singt der Wagner-Tenor nicht das Repertoire, mit dem er in den Welthäusern gastiert, sondern Operette. Hits wie „Dein ist mein ganzes Herz“ hat er oft als Zugabe gesungen und sich dann gefragt: „Warum nicht mal ein eigenes Programm mit solch‘ herrlichen Melodien machen?“ Die Spätblüte der Operette, Werke, die zwischen 1925 und 1935 komponiert wurden, stehen auf dem Programm, das vom Münchner Rundfunkorchester unter Leitung von Jochen Rieder begleitet wird.

Ähnlich unterhaltsam wird Max Raabes musikalische Hommage an seine Wahlheimat Berlin. Zu einer „Nacht in Berlin“ lädt der gebürtige Lüner mit seinem Palastorchester am 22. und 23. April ins Konzerthaus Dortmund ein.

 

Und auch Bernsteins Oper „A Quiet Place“ erinnert mit jazzigen Anklängen an die unterhaltsamen Musicals des amerikanischen Komponisten und Dirigenten. Kent Nagano dirigiert am 28. April im Konzerthaus Dortmund die konzertante Aufführung der Kammerfassung von Bernsteins letzter Oper, die 1984, sechs Jahre vor dem Tod des Komponisten, entstand.

Zwei Tage später, am 30. April, wird es dann ernster im Konzerthaus Dortmund. Dann gibt Murray Perehia einen seiner selten gewordenen Klavierabende und spielt Werke von Bach, Haydn, Beethoven, Chopin und César Franck.

 

Lohnend wird auch das Philharmonische Konzert der Dortmunder Philharmoniker mit Mahlers sechster Sinfonie am 14. und 15. April im Konzerthaus. Weil dies Auftakt zu einer Kooperation mit dem Orchesterzentrum NRW ist, will das Orchester mit Studierenden des Zentrums eine riesige Streicherbesetzung auf die Bühne bringen. Spannend: Im letzten Satz gibt es einen Schlag mit einem gewaltigen Hammer.

In der Philharmonie Essen ist der Klavierabend von Fazil Say am 26. April der Höhepunkt. Und weil der in der Reihe „Piano lectures“ stattfindet, kommt das Publikum auch in den Genuss, sich von dem türkischen Komponisten und Pianisten die Werke erklären zu lassen. Beethovens letzte Sonate stellt Fazil Say eigenen Werken gegenüber.

Wer kennt Wim Wenders nicht? Aber nur wenige wissen, dass der Filmregisseur auch ein begnadeter Fotograf ist. Vor allem einsame, manchmal skurril wirkende Plätze auf der ganzen Welt haben es ihm angetan. Vom 18. April bis 16. August widmet das Düsseldorfer Museum Kunstpalast dem Multitalent eine große Schau. Den Audioguide werden übrigens Wenders selbst und die bekannte Schauspielerin Sophie Rois gemeinsam einsprechen.

Ein hochinteressantes Konzept hat die Ausstellung „Conflict, Time, Photography“. Sie war bis vor ein paar Wochen in der Tate Modern in London zu sehen, ab 10. April öffnet sie im Essener Folkwang-Museum. Kurator Simon Baker präsentiert nicht einfach Kriegsfotografie. Sondern er zeigt die Fotos verschiedener Kriegsschauplätze in einem Saal zum Beispiel einige Monate nach dem Konflikt – alles liegt noch in Trümmern –, in einem anderen Saal dann Jahre später, wenn nur noch Erinnerungsstücke vorhanden sind.