Das sind die Klassik- und Kunsthöhepunkt im November

Konzerthäuser und Museen

Bevor es in den Konzerthäusern weihnachtlich wird, sind noch einmal die großen Orchester und Solisten zu Gast. Und auch die Museen bieten spannende Ausstellungen, mit denen man sich regnerische Herbsttage schön vertreiben kann. Dies sind die ganz persönlichen Klassik- und Kunst-Tipps der Kulturredaktion für November.

DORTMUND

, 01.11.2016 / Lesedauer: 3 min
Das sind die Klassik- und Kunsthöhepunkt im November

Das Rünther Tor von Maik und Dirk Löbbert in Bergkamen

Konzerte

  • Als Pianist ist Christoph Eschenbach berühmt; als Dirigent seit mehr als 40 Jahren auch. Im Konzerthaus Dortmund dirigiert er am 11. November das SWR-Orchester in Mahlers fünfter Sinfonie mit dem berühmten Adagietto, das Visconti 1971 für seinen Film "Tod in Venedig" ausgewählt hat. Vor der Pause begleitet das Orchester den Pianisten Tzimon Barto im Klavierkonzert von Ravel. Wer da den Jazz durchhört, hört richtig: Ravel lernte die damals neue Musikrichtung bei einer Amerika-Tournee kennen und hat sie imitiert.

 

  • Und noch ein Tastenstar kommt im November nach Dortmund: Mitsuko Uchida, die große Klavier-Dame aus Japan, leitet am 25.11. vom Klavier aus das Mahler Chamber Orchestra in den Klavierkonzerten KV 453 und 503 von Mozart. Die älteren Konzertbesucher werden sich sicher noch gut erinnern, wie toll Uchidas Mozart-Sonaten-Zyklus 1991 zum 200. Todestag des Komponisten bei der Dortmunder Mozart-Gesellschaft war.

 

  • Endlich ist Christian Gerhaher wieder im Konzerthaus. In seinem Liederabend singt der Ausnahme-Bariton am 19. November Lieder von Schumann und Berlioz. Am Klavier begleitet Gerold Huber.

 

  • Es geht auf Weihnachten zu - der "Nussknacker" von Tschaikowsky am 20.11. im Konzerthaus Dortmund ist dafür ein ganz untrügliches Zeichen. Marc Minkowski dirigiert seine "Musiciens du Louvre" in der Ballettmusik. Mit dabei ist der Kinderchor der Chorakademie am Konzerthaus

 

  • In der Philharmonie Essen gibt im November die Neue Musik den Ton an: Das Festival "Now!" bietet bis zum 13.11. fast täglich Konzerte. Ein Höhepunkt ist am 13.11. die Aufführung von Pendereckis "Lukaspassion"; der 82-jährige Komponist aus Polen steht ab 15 Uhr selbst am Pult. Nur fünf Stunden später setzt Philippe Herreweghe in der Philharmonie seinen Beethoven-Zyklus fort.

 

  • Am 19.11. begrüßt die Philharmonie Essen eine Legende: Der ehemalige Gewandhauskapellmeister Herbert Blomstedt, inzwischen 89 Jahre alt, dirigiert sein altes Orchester aus Leipzig in Werken von Beethoven, Strauss und Wagner.

 

  • Wer sich nach dem Ansturm am Eröffnungswochenende im November das neue Musikforum Ruhr in Bochum in Ruhe anschauen möchte, hat dazu vom 3. bis 5.11. Gelegenheit. Die Bochumer Symphoniker spielen unter der Leitung von Steven Sloane Werke von Messiaen, Wagner, Schönberg und Mahler.

 

  • Wer ein Konzert mit einer besonderen Atmosphäre sucht, findet es am 21.11. im zweiten Erbdrostenhofkonzert des Sinfonieorchesters Münster. Leider ist dieses Kammerkonzert in barocker Kulisse schon ausverkauft.

 

  • Aber auch sehr schön ist sechs Tage nach Totensonntag die Aufführung des Mozart-Requiems von dem Münsterschen Orchester in der Apostelkirche Münster. Vorweg erklingt das Violinkonzert von Ulrich Schultheiss als Uraufführung.

Kunst

  • Und in der Welt der Kunst? Da sei an erster Stelle mal keine Museumsschau, sondern die erste "Nacht der Lichtkunst" entlang des Hellweges empfohlen. Neun verschiedene nächtliche "Lichtreisen" führen am Samstag, 26. November, in jeweils zwei Städte. Unter anderem geht es hoch hinauf in die obere Etage des Förderturms III/IV der einstigen Zeche Königsborn in Bönen oder in die 14. Etage des Rathauses von Lünen. Zu haben ist ein "Spielorte-Ticket" für individuelle Fahrten zu den insgesamt 40 Attraktionen. Mit dem "Lichtreise-Ticket" bucht man dagegen eine bestimmte geführte Tour. Infos gibt es unter Tel. (02303) 10 37 77 und im Internet unter www.hellweg-ein-lichtweg.de.

 

  • Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster widmet dem Bildhauer Henry Moore vom 11. 11. 2016 bis 19. 3. 2017 eine umfangreiche Werkschau unter dem Titel „Impuls für Europa“. Der Besucher erlebt seinen „Spagat zwischen Abstraktion und Figuration“, wie es das Museum formuliert, in vier Kapiteln mit insgesamt 120 Arbeiten. Drei schwergewichtige Außenplastiken kommen aus Berlin, Recklinghausen und Wuppertal.
  • Eine ausgesprochen mutige Schau plant das neue Museum unter Tage in Bochum. "Artige Kunst" zeigt vom 5.11.2016 bis 9.4.2017 exemplarische (und scheußliche) Werke der NS-Kunst wie etwa Skulpturen von Hitlers Lieblingsbildhauer Arno Breker.