Das sind die Klassik- und Kunsthöhepunkte im Juni

Konzerthäuser und Museen

Endspurt vor der Sommerpause: Zum Saisonfinale zünden die Konzerthäuser noch einmal ein Feuerwerk an Stars. Wer den Sommer lieber draußen genießen möchte, darf sich auf die große Emscherkunst-Ausstellung freuen, die ab dem 4. Juni ins Freie lockt, um Kunst per Rad oder auf einem Spaziergang zu erkunden. Dies sind die Klassik- und Kunst-Tipps der Kulturredaktion für den Juni.

DORTMUND

, 30.05.2016, 13:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Konzerthaus Dortmund gibt noch einmal richtig Gas: Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmoniker - alle sind da. Und alle mit dem tollen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin. Die legendären Wiener spielen am 10.6. Bruckners Neunte, seine letzte Sinfonie, die "dem lieben Gott" gewidmet ist, - und keine Angst, die zweite Halbzeit des Eröffnungsspiels zur Fußball-EM (ohne deutsche Beteiligung) schaffen die Fußballfreunde noch. Die Berliner Philharmoniker kommen am 28.6. mit Smetanas Moldau sowie der Streicherserenade und sechsten Sinfonie von Dvorák.

Sinfonische Höhepunkte

Und noch drei sinfonische Höhepunkte: Friedrich Haider dirigiert die Neue Philharmonie Westfalen am 12.6. beim Festival "Klangvokal" im Konzerthaus Dortmund in einem bunten Programm "Von Wien nach New York". Und die Dortmunder Philharmoniker heben am Tag zuvor (11.6.) im Konzerthaus einen Schatz: das Oratorium "De profundis" vom Dortmunder Komponisten Daniel Wilsing, von dem Robert Schumann in den höchsten Tönen geschwärmt hat.

Das Orchester begleitet beim Klavier-Festival Ruhr am 24.6. mit Generalmusikdirektor Gabriel Feltz auch Gabriela Montero im zweiten Klavierkonzert von Rachmaninow und in der Uraufführung des eigenen Klavierkonzerts der französischen Pianistin.

Fest der Chöre

Wer 140 Chöre hören möchte, sollte am 4.6. zum "Fest der Chöre" in die Dortmunder Innenstadt kommen. Die singt und klingt an dem Samstag von 10 bis 22 Uhr. Und wer noch einmal die "Wise Guys" hören möchte, bevor sich die A-cappella-Gruppe im Januar auflöst, sollte am 4.6. den Dortmunder Westfalenpark ansteuern. Dort tritt dann am 5.6. beim A-cappella-Festival "Basta" auf.

In der Philharmonie Essen gibt sich Maria Joao Pires am 2.6. beim Klavier-Festival Ruhr mit Cellist Antonio Meneses die Ehre. Ein weiterer Festival-Höhepunkt sind die beiden Konzerte von Hélène Grimaud mit der rasant schnellen Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi am 28. und 29.6. Die Philharmonie selbst feiert ihren Saisonabschluss bereits am 25.6. - wieder mit einem großen Sommernachtstraum ab 18 Uhr.

Kunst an der Emscher

Das Ausstellungs-Programm wird überstrahlt von der Emscherkunst. Schließlich findet diese große Open-Air-Schau seit der Kulturhauptstadt 2010 nur alle drei Jahre statt. 24 teils riesige Kunstwerke warten diesmal am Emscherradweg zwischen Holzwickede und Herne. Veranstalter sind die Emschergenossenschaft, die Urbanen Künste Ruhr und der Regionalverband Ruhr. Am Samstag, 4. Juni, wird die Attraktion mit einem großen Volksfest am Dortmunder Phoenixsee eröffnet, wo sechs Kunstwerke zu sehen sein werden. Das Familienfest dauert von 14 bis 19 Uhr. Um 16 Uhr eröffnet NRW-Kulturministerin Christina Kampmann die Schau ganz offiziell.

Doch die Radtouren sind nur bei gutem Wetter zu empfehlen. Wenn's mal regnet, könnte eine zarte und stille Schau in Köln eine Alternative bieten. "Zerbrechlicher Luxus" heißt sie und zeigt vom 3. Juni bis 13. November antike Kostbarkeiten aus Glas im Römisch-Germanischen Museum nahe dem Kölner Dom. Das wertvollste Exponat ist das "Kölner Diatret". Es besteht aus dreifarbigem Netzglas - das ist weltweit einzigartig - und erinnert mit dem Spruch "Trinke und lebe schön immerdar!" an die Vergänglichkeit. Der Name leitet sich vom griechischen Wort "diatreon" ab und bedeutet "durchbrochen".

Entdeckung eines Malers

Schockierende Wahrheiten hält die Schau "World Press Photo" häufig bereit. Die Siegerbilder dieses berühmten Wettbewerbs sind vom 4. bis 26. Juni im Dortmunder Kulturzentrum Depot an der Immermannstraße zu sehen. Eine neue Ausstellung wartet auch im Lichtkunstzentrum Unna. "Switch" heißt die Schau von Professoren und Studenten der Kunsthochschule in Saarbrücken, vom 10. Juni bis 10. Juli.

Schade, dass kaum noch jemand Anton Stankowski (1906-1998) kennt. Der Gelsenkirchener war in den 70er-Jahren eine Berühmtheit, weil er das Signet der "Deutschen Bank" entworfen hatte. "Ob Kunst oder Design ist egal. Nur gut muss es sein", hat Stankowski gesagt. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt seine Malerei vom 5. Juni bis 7. August.