Das sind die kulturellen Höhepunkte im Mai

Saison beginnt

Im Mai läuft die Kultur traditionell zur Hochform auf. Das Klavier-Festival und die Konzerthäuser im Saisonendspurt locken die Klassikfreunde, die Ruhrfestspiele Recklinghausen und der Dramatikerwettbewerb "Stücke" in Mülheim holen Bühnenkunst von Weltrang ins Ruhrgebiet. Aber für die Mega-Kunst-Ausstellung "China8" sollte tagsüber noch Zeit sein.

DORTMUND

, 28.04.2015, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das sind die kulturellen Höhepunkte im Mai

Der Fotograf hat Humor: „Das Rohrgebiet“ heißt dieses Foto von Hendrik Lietmann aus dem Jahr 2009.

So ein großes gemeinsames Projekt der Museen an Rhein und Ruhr hat es seit der Kulturhauptstadt nicht mehr gegeben. Neun Museen aus Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Marl, Mülheim und Recklinghausen stellen das "Reich der Mitte" und seine quirlige Kunstszene in der Mega-Kunst-Ausstellung "China 8"vor.

Blicke auf China

Vermutlich wird es sinnvoll sein, mit der Überblicksausstellung "Overview - Blicke auf China" im NRW-Forum Düsseldorf zu beginnen und dann je nach Interesse Malerei in der Duisburger Küppersmühle und in der Kunsthalle Recklinghausen, Fotografie im Folkwang-Museum oder Kalligrafie in Gelsenkirchen anzuschließen - alles geöffnet vom 15. Mai bis 13. September. Nur die Schau in Düsseldorf schließt schon am 30. August.

Dortmund hat keinen Platz für die China-Schau, weil dort eine andere hochkarätige Ausstellung öffnet. "Meisterwerke im Dortmunder U" zeigt vom 14. Mai bis zum 9. August Werke von Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg, Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde - Werke, die für eine Dortmunder Gemäldegalerie gesammelt worden waren, die jedoch nie gebaut wurde. Die Bestände sind nun auf das Museum Ostwall und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte verteilt und werden im U-Turm erstmals gemeinsam präsentiert.

Ruhrfestspiele Recklinghausen

Premiere auch bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen: Zum ersten Mal bieten sie keine thematisch passende Ausstellung an, sondern das Festspielhaus selbst wird zum Kunstwerk. Daniel Buren, der Herr der Streifen, hat die Glasfassade mit Folien verwandelt. "Wie oft bei meiner Arbeit hängt das Werk nicht nur vom Ort ab, sondern auch von Klima und Licht, Sonne, Wolken und Regen", sagt der Künstler, der sich auch schon im New Yorker Guggenheim Museum austoben durfte.

Dass das Ruhrgebiet viel grüner ist als man denkt, ist eine Erfahrung, die viele Touristen schon überrascht geäußert haben. "Green City - Das Ruhrgebiet in der Kunst" heißt die Schau, die am 10. Mai in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen beginnt. Bis 13. September geht es um die Blicke der Künstler auf die Landschaft - von der Kuh unter der Autobahnbrücke bis zu Sonnenanbetern, die es sich neben gigantischen Rohrleitungen gemütlich gemacht haben.

Und auch im Bereich Klassik geht es hoch her im Mai. Das Landes-Jugend-Jazz-Orchester NRW macht am 4. den Auftakt zu einem Konzert-Feuerwerk und feiert im Konzerthaus Dortmund sein 40-jähriges Bestehen.

Schnellstes Orchester der Welt

Das schnellste Orchester der Welt, die Kammerphilharmonie Bremen, ist mit ihrem Chef Paavo Järvi am 10. zu Gast im Konzerthaus Dortmund. Jedenfalls hat das Orchester seit seiner Einspielung der Beethoven-Sinfonien den Ruf als Speedy Gonzales der Musiker. In Dortmund spielt es auch Beethoven: die Egmont-Ouvertüre. Und dazu Schuberts "Große Sinfonie" und das Violinkonzert von Vieuxtemps mit Hilary Hahn als Solistin.

Andris Nelsons ist mit seinem City of Birmingham Symphony Orchestra auf Abschiedstour. Am 21. steuert er Dortmund an und präsentiert mit Startenor Klaus Florian Vogt ein Wagner-Programm.

"Big Five" aus den USA

Und dann kommt am 27. und 28. eines der berühmten "Big Five"-Orchester aus den USA nach Dortmund: Yannick Nézet-Séguin (Foto) bringt das Philadelphia Orchestra und Emanuel Ax sowie Lisa Batiashvili als Solisten mit.

Auch in der Philharmonie Essen geben große Orchester und Stardirigenten den Ton an. Esa-Pekka Salonen gehört dazu. Er bringt am 30. sein Philharmonia Orchestra aus London mit und dirigiert die fünfte Sinfonie seines finnischen Landsmannes Sibelius. Und dazu die Dritte von Beethoven, die "Eroica".

Die Münchner Philharmoniker sind mit Michal Nesterowicz und der chinesischen Pianistin Yuja Wang (Foto) unterwegs. Die spielt am 22. das vertrackt schwere zweite Klavierkonzert von Prokofjew in Essen.

Bereits am 16. gibt Jordi Savall sein Abschiedskonzert als Residenzkünstler der Philharmonie Essen und reist mit seiner Gambe bei Kerzenschein um die Welt.