Das sind die Kunst- und Klassikhöhepunkte im Januar

Furioser Start ins neue Jahr

Das neue Jahr beginnt in den Konzerthäusern in der Region furios: Der Januar ist der Monat der großen Orchester. Und auch die Museen laden dazu ein, die kalten Tage und dunklen Nachmittage in schönen Ausstellungen zu verbringen. Dies sind die ganz persönlichen Klassik- und Kunst-Tipps der Kulturredaktion für Januar.

DORTMUND

, 02.01.2017, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Valery Gergiev, Teodor Currentzis und Andris Nelsons. Dazu ein sicher bewegender Abschied und ein verspätetes Neujahrskonzert - mehr geht fast nicht im Januar im Konzerthaus Dortmund. Valery Gergiev reist am 13.1. mit seinem neuen Orchester, den Münchner Philharmonikern an. Der Russe dirigiert ein sehr kontrastreiches französisch-deutsches Programm mit dem "Nachmittag eines Faun" von Debussy, Auszügen aus der "Roméo et Juliette" - Suite von Berlioz und der siebten Sinfonie von Beethoven.

Russische Werke bringt dafür am 21.1. der Grieche Teodor Currentzis mit. Zu dem reinen Tschaikowsky-Programm der Wiener Symphoniker gehören die vierte Sinfonie und das Violinkonzert. Und wie wild das mit Geigerin Patricia Kopatchinskaja und Currentzis am Pult klingt, kann man schon auf CD hören. Das hört sich garantiert ganz anders an, als man es von diesem Konzert gewohnt ist.

Einstand als Exklusivkünstler

Andris Nelsons gibt am 26.1. seinen Einstand als Exklusivkünstler des Dortmunder Konzerthauses in den nächsten drei Jahren mit dem Philharmonia Orchester und Bruckners fünfter Sinfonie. Und die ist das Werk eines Einsamen und tief im Glauben verwurzelten Menschen.

Das verspätete Neujahrskonzert mit Werken der Strauß-Dynastie bringen die "K&K"-Philharmoniker am 18.1. mit; und auch bei André Rieu werden zwei Tage später (20.1.) in der Dortmunder Westfalenhalle 1 viele Walzer und Polkas zu hören sein.

Abschied feiern Queen Esther Marrow und die Harlem Gospelsingers am 19. und 20.1. im Konzerthaus Dortmund sowie am 21.1. im Colosseum Theater Essen. Danach werden weder der Chor noch Queen Esther Marrow in der Region wieder zu hören sein.

Wiener Philharmoniker in Essen zu Gast

Die Philharmonie Essen begrüßt am 24.1. die Wiener Philharmoniker. Drei Wochen nach ihrem Neujahrskonzert spielt der berühmte Klangkörper unter der Leitung von Ingo Metzmacher die elfte Sinfonie von Schostakowitsch und das Violinkonzert von Tschaikowski. Solist ist Joshua Bell.

Mit einem reinen Beethoven-Programm ist am 12.1. die Academy-of-St.Martin-in-the-fields in Essen zu Gast. Michael Seal dirigiert die "Pastorale" und das Violinkonzert mit Arabella Steinbacher als Solistin.

Um Choreografien von John Neumeier sehen zu können, muss man ja eigentlich nach Hamburg fahren. Für das Bundesjugendballett hat er "Gipfeltreffen - Reformation" choreografiert. Zu sehen ist das am 14.1. in der Philharmonie Essen.

Klavier-Festival in Bochum

Im Musikforum Bochum ist am 18. Januar schon das Klavier-Festival Ruhr zu Gast und präsentiert einen Liederabend von Christoph Prégardien (Tenor) und Hartmut Höll (Klavier). Auf dem Programm stehen die "Wunderhorn"-Lieder von Mahler und die "Dichterliebe" von Schumann.

Und die Kunst? Da geht es in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zunächst ums Kaufen. "Let's buy it" heißt die Ausstellung, die am 22.1. eröffnet wird und mit Arbeiten von Albrecht Dürer über Andy Warhol bis Gerhard Richter bis zum 4. Mai die Verbindung von Kunst und Einkauf beleuchtet. Kaufen kann man in der Schau nichts, aber das Konsumverhalten vom 15. Jahrhundert bis heute genauer unter die Lupe nehmen.

Selbst ein Kunstwerk sein

Einen genauso weiten Bogen über 500 Jahre Kunstgeschichte spannt die neue Ausstellung im Osthaus-Museum in Hagen. "#participate. Mach dich zum Kunstwerk" heißt die Schau (22.1. bis 4.6.) mit Kunst zum Mitmachen. Die Besucher können Teil von 24 interaktiven Exponaten werden und sich zum Beispiel in der "Geburt der Venus" von Botticelli fotografieren.

Klein, aber fein verspricht die Schau im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm zum 100. Todestag von Wilhelm Morgner zu werden. "Wenn die Seele brennt" heißt die Kabinett-Ausstellung (15. bis 31.1.), die Arbeiten aus den Beständen des Museums zeigt. In seiner Geburtsstadt Soest hat der Maler und Grafiker des Expressionismus sogar ein eigenes Museum.

Essen ist 2017 die "Grüne Hauptstadt Europas". Das Folkwang-Museum gratuliert vom 20.1. bis 5.3. mit einer Ausstellung, in der Plakatentwürfe namhafter Designer zu sehen sind.