Das Stück „Alles ist wahr“ zeigt die unglaubliche Lebensgeschichte von Marita Lorenz

Theater Oberhausen

Dominik Busch brachte im Theater Oberhausen das Leben der KZ-Überlebenden, Fidel-Castro-Geliebten und CIA-Agentin Marita Lorenz auf die Bühne. Filmheld Forrest Gump war nichts dagegen.

14.10.2019, 14:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Stück „Alles ist wahr“ zeigt die unglaubliche Lebensgeschichte von Marita Lorenz

Elisabeth Hoppe ist die von Castro schwangere Marita in der Oberhausener Inszenierung. © Katrin Ribbe

Kann man einer Agentin glauben, wo doch das Verheimlichen, Lügen und Täuschen zu deren Kerngeschäft gehört? Dominik Busch hat’s im Auftrag des Theaters Oberhausen getan und nach Gesprächen mit Marita Lorenz das Doku-Drama „Alles ist wahr“ geschrieben. Bei der Uraufführung hielt sich das Publikumsinteresse allerdings in Grenzen.

Ein absolut aufregendes und ungewöhnliches Leben

Dabei stellt die Lebensgeschichte der Ende August kurz nach der Übersiedlung von New York nach Oberhausen verstorbenen Lorenz sogar diejenige des (erfundenen) Filmhelden Forrest Gump in den Schatten: Bei der Geburt 1939 in Bremen sorgen Nazis wegen des jüdischen Gynäkologen dafür, dass ihre Zwillingsschwester umkommt. Als Kind überlebt sie das KZ Bergen-Belsen.

Mit den Eltern, einem deutschen Marineoffizier und einer amerikanischen Schauspielerin und Agentin geht es in die USA. Die 19-Jährige verliebt sich in Havanna in Fidel Castro, ein gemeinsames Kind mit dem Revolutionär wird zwangsabgetrieben. Später hat sie eine Affäre mit dem venezolanischen General Marcos Pérez Jiménez, bringt eine gesunde Tochter zur Welt.

Episoden werden in Monologen geschildert

Als CIA-Agentin kriegt Marita Lorenz den Auftrag, Castro umzubringen, tut es aber nicht. Weiterhin nah dran an den großen Ereignissen der Weltpolitik, hätte sie möglicherweise 1963 auch den Anschlag auf John F. Kennedy verhindern können...

Wie bringt man das auf die Bühne? Dominik Busch entschied sich dafür, einzelne Episoden in Monologen nachzuerzählen und so lebendig zu schildern, wie er sie von Marita Lorenz gehört hatte.

Gleich vier Schauspielerinnen schlüpfen in die Rolle von Marita

Regisseurin Babett Grube lässt gleich vier Maritas auftreten, die die Lebensstationen unter sich aufteilen, sich schon mal ins Wort fallen. Nach der langweiligen, zu statischen Susanne Burkhard ist Shari Asha Crosson als junge Verliebte der reinste Wirbelwind. Elisabeth Hoppe berührt als um ihr Kind gebrachte Mutter. Nina Karimy ist die vom Erscheinungsbild her authentischste Marita.

Wechselnde Foto-Projektionen in Bilderrahmen sollen den Wahrheitsgehalt beglaubigen, ansonsten gibt das Bühnenbild nicht viel her.

Das abrupte Ende nach 75 Minuten lässt viele Fragen offen.

Termine: 27. / 30. 10., 9. / 23. / 30. 11.; Karten: Tel. (0208) 857 81 84. www.theater-oberhausen.de