Das teuerste Cello der Welt

Dortmunder Philharmoniker

Die Dortmunder Philharmoniker sind wieder wer in der Klanglandschaft in NRW. Nach dem sehr guten Saisonauftakt im September präsentierte sich das Orchester am Dienstag im Konzerthaus Dortmund unter Leitung seines Generalmusikdirektors Gabriel Feltz in einer so bestechenden Form, mit der es mit den Weltklasse-Klangkörpern, die dort auch gastieren, mithalten kann.

DORTMUND

, 22.10.2014, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bemerkenswert ist das Instrument von Christian Poltéra: Eines der teuersten Celli der Welt, das Stradivari »Mara« von 1711 mit einem Wert von acht Millionen Euro.

Bemerkenswert ist das Instrument von Christian Poltéra: Eines der teuersten Celli der Welt, das Stradivari »Mara« von 1711 mit einem Wert von acht Millionen Euro.

Warm, weich und abgerundet klang auch die zweite Sinfonie von Rachmaninow – vor allem in den Ecksätzen. Feltz dirigierte auswendig, hatte dadurch sehr guten Kontakt zu seinen Musikern, animierte, baute Klänge auf und ließ sie wieder abschwellen. Wie genau er arbeitet, hörte man vor allem im kontrastreichen Scherzo. Und das berühmte Adagio klang schwelgerisch, aber nie süßlich oder zu dick. Der Mitschnitt der Sinfonie erscheint im Frühjahr auf CD. Der Solist in Tschaikowskys „Rokoko-Variationen“, Christian Poltéra (Foto), war kein Unbekannter im Konzerthaus. In Kammermusik hat man ihn dort schon gehört. Noch bemerkenswerter als Technik und Musikalität des 37-jährigen Schweizers ist sein Instrument, eines der teuersten Celli der Welt, das Stradivari „Mara“ von 1711 mit einem Wert von acht Millionen Euro. Fast zu schade, um damit schnell zu spielen (wie im bravourösen Finale) ist dieses Cello. In den langsamen Sätzen machte der Klang des Cellos süchtig – auch in der Zugabe, der Sarabande aus Bachs erster Cellosuite, die aus der Bauzeit des Instruments stammt. Die Rokokovariationen klangen bei Poltera so, als wenn man mit Mozart einen Blick durchs Schlüsselloch auf die Romantik wirft: galant, empfindsam und sensibel mit einem Traumton ausmusiziert.

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