DBC verliert Finale

Billard

HAARLO/NIEDERLANDE Das deutsche "Aushängeschild" des Billardsports brillierte: Der DBC Bochum kämpfte sich bis ins Finale der Mannschafts-Europameisterschaften der Classic-Teams in Haarlo, unterlag dort aber dem Top-Club J + B Küpers.

von Von Nils Rimkus

, 30.11.2009, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Nockemann spielte für den DBC Bochum eine sensationell starke Mannschafts-EM und wurde am Ende auch als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Thomas Nockemann spielte für den DBC Bochum eine sensationell starke Mannschafts-EM und wurde am Ende auch als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Dabei waren die Chancen auf den Finaleinzug gering. Das Ziel zuvor lautete, die Qualifikations-Runde zu überstehen. Aber zur Freude der Bochumer kam es anders: "Wir haben überraschend das Finale erreicht! Der DBC hat wirklich klasse gespielt", freute sich Paul Kimmeskamp, Geschäftsführer des DBC. Aber der Reihe nach.Internationale Billard-Größen

Bei der EM der Classic-Teams kämpfen je drei Spieler in den Disziplinen Einband, Cadre 47/2 und Cadre 71/2. Der DBC trat zwar ohne seine ausländischen Asse an, bot mit Fabian Blondeel (Einband), Ludger Havlik (47/2) und Thomas Nockemann (71/2) jedoch drei internationale Billard-Größen auf.

In der Vorrunde traf die deutsche Vertretung auf das österreichische Nationalteam, den spanischen Club Billar Idella und die starken Franzosen Soissons Billard Club. Schon hier ließen die Bochumer aufhorchen, zeigten Spitzenleistungen und gewannen jeweils mit 6:0.

In der Gruppenphase kam dann der Dämpfer. Es ging gegen das Team von J+B Küpers und das spanische Team Grannolliers um den Einzug in das Halbfinale. Gegen Küpers verloren trotz guter Leistungen Blondeel, Havlik und Nockemann. Gegen Spanien folgte ein echter Billardkrimi. Blondeel verlor überraschend gegen Espinaza, die Cadre-Partien wurden aber von Nockemann und Havlik denkbar knapp gewonnen.Thomas Nockemann

Am Abend ging es somit in das Halbfinale gegen den mit Europa- und Weltmeistern bestückten Top-Titelfavoriten Cubri/Etikon. Hier spielte Thomas Nockemann in der Form seines Lebens und ließ dem DBC-Kollegen Patrick Niessen keine Chance in drei Aufnahmen. Fabian Blondeel kämpfte sich nach großem Rückstand gegen De Brujn wieder heran und gewann mit einer Energieleistung. Paul Kimmeskamp: "Wir haben mit Glück und Kampf 4:2 gewonnen - und das Finale erreicht."

Dort erwartete die Bochumer wiederum J + B Küpers. Hier verlor Blondeel gegen den mehrfachen Weltmeister Dirk Jaspers. Dann spielten Nockemann gegen Michel van Silfhout und Havlik gegen den für den TuS Kaltehardt spielenden Raymond Swertz.Chance zum Remis

Hier legte Swertz mit 300 Punkten vor, Havlik hätte theoretisch die Chance zum Remis gehabt. Aber im Turniermodus werden nicht die Einzelspiele, sondern die gesammelten Punkte gezählt. Und durch den 150:103-Sieg von Jaspers und die 300-Punkte-Vorlage von Swertz ergab es sich, dass der DBC nicht mehr herankommen konnte. Die laufenden Spiele wurden abgebrochen - und der Sieger hieß J + B Küpers.

"Mit ein bisschen Glück ... aber es hat leider nicht ganz gereicht. Wir sind aber mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Immerhin haben wir den Titelverteidiger rausgeworfen", freute sich Paul Kimmeskamp.

Erfreuliche Randnotizen: Mit Kaltehardts Raymond Swertz wurde ein in Bochum spielender Billard-Künstler Europameister. Und Thomas Nockemann (Cadre 71/2) wurde als bester Spieler des Turniers geehrt.