Deadpool - der Actionheld mit der Kodderschnauze

Im Kino

Während die Magie von Marvels populärsten Superhelden brüchig wird und auch durch Effekte-befeuerten Gigantismus kaum zu retten ist, sind es Figuren vom Rand des Marvel-Kosmos', die für frischere Filme sorgen: die "Guardians Of The Galaxy", zuletzt der "Antman" - und jetzt "Deadpool".

11.02.2016, 16:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deadpool - der Actionheld mit der Kodderschnauze

Finsterer Typ: Ryan Reynolds als Deadpool

Ryan Reynolds spielt im wüst kalauernden Marvel-Abenteuer "Deadpool" einen Rächer, der unter dem Kampfdress seine übel verschmauchte Visage versteckt. In "X-Men Origins: Wolverine" hatte die Figur einen Gastauftritt, in ihrem eigenen Film darf sie richtig vom Leder ziehen. Deadpools Markenzeichen ist seine zynische Kodderschnauze, die nie still steht.

Mit Ironie durchtränkt

Ob er nun gefoltert wird, Gliedmaßen abtrennt, Kopfschüsse setzt oder mit seiner Holden im Bett liegt - er quasselt, manchmal in die Linse, direkt zum Publikum. Hier zieht der Film eine Meta-Ebene ein, auf der über Filme, Comics, Ikea-Möbel, Sex-Spielzeug gefeixt wird.

Alles ist mit Ironie durchtränkt, angefangen beim Auftakt, wo die Kamera einen Action-Schnappschuss umkreist und die "Credits" zu lesen sind: "Regie: ein überzahlter Honk", steht da. Was signalisieren soll, dass alles und jeder veräppelt wird, auch Regisseur Tim Miller. Ei der Daus, was sind sie lustig im Hause Marvel! In kalkuliertem Stilbruch werden sogar Figürchen eingeblendet, wie man sie im Trickfilm für Vierjährige erwartet.

Fehlende Leichtigkeit

Dann und wann lässt es uns kichern, wie der Film die Kasperklatsche schwingt. Oft jedoch teilt er Witz und Ironie so plump und angeberisch überdosiert aus, dass man auf Distanz geht. In jeder Szene, egal wie brutal, ist ein imaginärer Lachsack versteckt, der uns zum Wiehern auffordert. Zwinkernde Leichtigkeit sieht anders aus.

Die Handlung ist schlicht: Ein Miet-Gorilla (Reynolds) liebt ein süßes Mädel (Morana Baccarin). Weil er Krebs hat, geht er ins Haus der Schmerzen, wo man ihn unsterblich, aber hässlich macht. Deadpool will sein Gesicht zurück, er jagt den Sadisten, der ihn entstellt hat. Die Action paart Slapstick mit viel kinetischer Energie und Wucht, dort hat der Film ganz respektable und sportive Momente.