Dealer wurde die Kopfhaut aufgeschlitzt: Teenager-Duo vor Gericht

rnStreit um fünf Euro

Im Februar soll ein mutmaßlicher Drogendealer von zwei Teenagern (18/19) schwer verletzt worden sein. Eine Schnittwunde reichte bis auf den Schädelknochen. Der Auslöser: fehlende fünf Euro.

Bochum

, 06.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Teenager im Alter von 18 und 19 Jahren aus Recklinghausen stehen seit Mittwoch in Bochum vor Gericht. Die Vorwürfe wiegen schwer: Die beiden Angeklagten sollen vor knapp sechs Monaten einen Drogendealer schwer verletzt haben. Laut Anklage erlitt das Opfer (18) eine erschreckend lange und tiefe Kopfschnittwunde bis auf den Schädelknochen. Angeblich ging es bei dem Streit um fehlende fünf Euro.

Folgenschwere Messerangriff

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es am 21. Februar gegen 21.15 Uhr am Bahnhofsvorplatz am Rande eines Drogengeschäftes erst eine handfeste Prügelei und dann einen folgenschweren Messerangriff gegeben hat. Der jüngere Angeklagte soll zunächst von hinten auf den nach einem Faustschlag seines Freundes am Boden liegenden Dealer eingetreten und dann schließlich mit dem Klappmesser auf dessen Kopf eingestochen haben. Die beiden Angeklagten flüchteten danach zunächst von Tatort, konnten jedoch drei Tage später festgenommen werden.

Laut Staatsanwaltschaft konnte der jüngere Angeklagte allerdings vor der Flucht erst durch das Einschreiten von Zeugen von einer Fortsetzung des Messerangriffs abgehalten werden. Das Messer, so die Anklageschrift, hielt der Teenager dabei „noch immer erkennbar in den Händen“. Im Fall des jüngeren Angeklagten lautet die Anklage daher neben gefährlicher Körperverletzung auch auf versuchten Totschlag.

Bis auf den Schädelknochen

Bei dem 18-jährigen Opfer war damals im Knappschaftskrankenhaus eine „zehn Zentimeter lange, bis auf den Schädelknochen reichende Schnittverletzung“ diagnostiziert worden. In der Anklageschrift heißt es dazu wörtlich: „Unbehandelt hätte die Schnittwunde innerhalb von circa 20 Minuten zum Tod infolge des enormen Blutverlustes geführt.“

Beide Teenager sitzen seit Ende Februar in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal. Der ältere Angeklagte verteidigte sich nach Angaben seines Verteidigers Jens Tuschhoff zum Auftakt „schweigend“. Der mutmaßliche Messerstecher dagegen redete und verwies über seinen Anwalt Norbert Kirsch weitestgehend auf seine frühere Aussage bei der Polizei. Er habe von dem Dealer Marihuana und Ecstasy-Tabletten kaufen wollen, aber weil ihm fünf Euro gefehlt hätten, sei die Lage plötzlich eskaliert. Der 18-Jährige gab eine Ohrfeige zu. Auch ein Klappmesser habe er dabeigehabt. Ob er es damals auch benutzt habe, könne er aber nicht mehr sicher sagen.

Der Prozess vor der 5. Jugendstrafkammer wird fortgesetzt.

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