Debatte über Maskenpflicht draußen - NRW-Minister zu Lockerungen bereit

Coronavirus

Angesichts sinkender Corona-Zahlen ist eine Debatte über die Maskenpflicht entbrannt. Politiker sind sich in einem einig: Vorsicht ist weiterhin geboten. Lockerungen könnten trotzdem kommen.

Düsseldorf

15.06.2021, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die sinkenden Corona-Neuinfektionszahlen und Lockerungen in vielen Bereichen haben eine Debatte über das Ende der Maskenpflicht entfacht.

Die sinkenden Corona-Neuinfektionszahlen und Lockerungen in vielen Bereichen haben eine Debatte über das Ende der Maskenpflicht entfacht. © picture alliance/dpa

Die sinkenden Corona-Neuinfektionszahlen und Lockerungen in vielen Bereichen haben eine Debatte über das Ende der Maskenpflicht entfacht. Nach Auffassung von Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kann in bestimmten Außenbereichen auf die Maske zum Schutz vor Corona-Infektionen verzichtet werden.

„Bei den derzeitig sinkenden Infektionszahlen kann ich es mir durchaus vorstellen, die Maskenpflicht in bestimmten Außenbereichen zur Debatte zu stellen. Es gibt aber auch Bereiche, in denen wir vorerst weiterhin an der Maskenpflicht festhalten sollten, beispielsweise bei größeren Menschenansammlungen wie etwa in Warteschlangen“, sagte Laumann am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über die Einschätzung von Laumann berichtet.

Der Minister warnte vor übereilten Schritten. Zwar hätten mehr als 50 Prozent der Menschen in NRW eine Erstimpfung. Aber eine Herdenimmunität sei noch weit entfernt. Deshalb will der Minister die sogenanten AHA-Regeln - Abstand, Hygiene und im Alltag Maske tragen - nicht vorschnell infrage stellen. „Die Pandemie ist nicht vorbei und die Ausbreitung der Delta-Variante in Großbritannien zeigt, wie zerbrechlich auch eine scheinbar sichere Infektionssituation sein kann“, sagte Laumann.

SPD-Landtagsfraktion gegen generelle Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen

Auch die SPD-Landtagsfraktion will Vorsicht walten lassen und sprach sich gegen eine schnelle generelle Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen aus. Bis zum Beginn der Sommerferien am 5. Juli sei es sinnvoll, beim Mund-Nasen-Schutz zu bleiben, sagte SPD-Bildungsexperte Jochen Ott.

In der Debatte um Lockerungen der Maskenpflicht mahnte auch die Bundesregierung zur Vorsicht. Man sollte sie nicht zu schnell lockern, vor allem in Innenräumen, sagte eine Regierungssprecherin am Montag in Berlin. Es gelte im Blick zu behalten, dass es neue Virusvarianten gebe, die gefährlich werden könnten.

SPD-Politiker Ott schloss zwar nicht aus, dass noch vor den Sommerferien die Maskenpflicht draußen - etwa auf Pausenhöfen - gelockert werden könnte. Aber in Klassenräumen und auf dem Weg zur Schule in Bussen und Bahnen sollte man diesen Schritt seiner Meinung nach noch nicht gehen. In den kommenden drei Wochen bis zu den Ferien „kommen alle gut damit zurecht“, sagte er.

AfD sieht keine gesetzliche Grundlage für Fortführung der Maskenpflicht

Auch der Deutsche Lehrerverband ist gegen eine schnelle Aufhebung der Maskenpflicht an den Schulen. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, er rate insbesondere während des Unterrichts zu „größtmöglicher Vorsicht“. Maskenpflicht und auch regelmäßige Corona-Tests sollten im auslaufenden Schuljahr bleiben.

Die AfD sieht dagegen keine gesetzliche Grundlage für die Fortführung der Maskenpflicht angesichts der aktuellen Zahlen. Neben den Einschränkungen bei den sozialen Kontakten müssten Bürger seit über einem Jahr massive Einschnitte in die Grundrechte erleben, sagte der AfD-Landtagsabgeordnete Martin Vincentz.

dpa

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