Deborah Stalling sieht große Erfolge der Sozialen Stadt

Stadtteil Annen

Seit zehn Jahren wohnt Deborah Stalling (41) mit ihrer Familie in Annen. Sie schätzt, „dass man die Leute kennt.“ Dass die Universität im Ortsteil liegt, ebenso wie die bekannte Pommesbude Eddies Durst und Wurst Express und die kleine Eisdiele an der Holzkampstraße mache Annen als Wohnort liebenswert.

ANNEN

06.05.2014, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gebürtige Bochumerin selbst nutzt gerne das Fitnesscenter Mrs. Sporty: „Da ist es sehr lustig, es sind alle Schichten und Altersstufen versammelt.“ Die Familie geht auch gern ins Annener Hallenbad. In der Freizeit ist für die Kleinen das Spielen wichtig. „Da gehen wir zum Spielplatz Am Hang.“ Und da findet sich auch die Naturschutzgruppe Witten, an deren Pflanzentauschbörse Deborah Stalling regelmäßig teilnimmt. Nicht zu vergessen der Rheinische Esel, der zum Spazierengehen und Radfahren einlädt. Prima spielen könnten die Kinder auch im Generationenpark und auf dem neu gestalteten Spielplatz In der Mark. Einmal im Jahr gebe es im Generationenpark ein Fest: „Damit es sich da noch mehr belebt, müssten es noch viel mehr regelmäßige Angebote geben“, findet die Annenerin.

Boule zum Beispiel, oder es sollte ein Crêpe-Wagen dort halten, wie oben auf dem Hohenstein. Dass das Jugendzentrum Famous ein gutes Angebot für die Jugend ist, erkennt Deborah Stalling an seinen Besucherzahlen. Sie wohnt in der Goethestraße und kann den Zustrom zu den Veranstaltungen über die Fußgängerbrücke gut beobachten. Im evangelischen Gemeindehaus an der Märkischen Straße habe es früher beim Seniorenkaffeetrinken immer regen Zulauf gegeben, erinnert sich die 41-Jährige. Sie fragt sich, wo die betagten Annener heute hingehen, nachdem das Haus abgerissen wurde. Unglaublich gut sei das Annener Einkaufsangebot. Mit dem Wechsel von Walmart zu Real habe der Ortsteil viel gewonnen.

„Und das Ärztehaus daneben ist doch ein tolles Angebot“, lobt sie das Centro Vital. Dass am Marktplatz die alte Architektur modernen Gebäuden gewichen ist, findet Deborah Stalling sehr schade. Ein paar Geschäfte mehr an dieser Stelle wären wünschenswert. Immer wieder komme Annen in den Polizeimeldungen der Zeitung vor. Die Waldorfpädagogin hat selbst mal erlebt, wie einem Studenten ein teures Fahrrad gestohlen wurde, dass er nur kurz vor einem Geschäft abgestellt hatte. Unsicher fühlt sie sich dennoch nicht. Doch es wäre schön, wenn die defekte Beleuchtung der Fußgängerbrücke wieder instand gesetzt würde: „Im Moment sorgt ein großer Scheinwerfer nur notdürftig für Licht.“

Mit dem Veranstaltungsangebot der Universität und der Volkshochschule habe Annen auch kulturell einiges zu bieten. Und das bei familienfreundlichem Eintrittsgeld. Familie Stalling besucht gern Konzerte und Lesungen, auch im Christopherushof.  „In dem Park dort kann man auch schön spazieren gehen“, lobt die Annenerin, die im Institut für Waldorfpädagogik auf dem Annener Berg ausgebildet wurde. Sie schätzt auch, dass die KZ-Gedenkstätte die Erinnerung an das Grauen der Nazizeit bewahrt.

„Es gab sogar mal Pläne, das größer zu gestalten. Ein Veranstaltungspavillon dazu hätte mir noch gefallen.“ Was Stalling richtig ärgert, ist der fehlende Fahrstuhl im S-Bahnhof. „Da kommt man mit dem Kinderwagen überhaupt nicht aufs Gleis. Es sei denn, man geht illegal außen rum.“ Das mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekt Soziale Stadt Annen habe dem Ortsteil in den vergangenen Jahren „unheimlich viel gebracht. Ich hoffe nur, dass das auch hält.“

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