Demenzkranke Frau verschwindet aus der Tagespflege

Seniorenheim Rosenheim

APLERBECKER MARK Normalerweise sollte man davon ausgehen, eine demenzkranke Frau ist sicher dort, wo sie ist. Doch nicht an diesem Tag. Am 16. Februar schaffte es eine an Demenz erkrankte Frau vor der Tagespflege zu "flüchten".

von Von Jörg Bauerfeld

, 24.02.2010, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Demenzkranke Frau verschwindet aus der Tagespflege

Bruno Buchholz mit dem Antrag zur Heimaufnahme für die Tagespflege des städtischen Seniorenheimes Rosenheim.

Helga Buchholz hatte sich unbemerkt von den Pflegekräften aus dem Staub gemacht. Hatte sich irgendeine Tür geöffnet und war ohne Jacke in die Eiseskälte verschwunden. Pflegekräfte aus dem Heim, die Polizei und Bruno Buchholz selbst machten sich sofort auf die Suche. Fragten Passanten, schauten in den Geschäften auf der Sölder Straße nach – keine Spur von Helga Buchholz.

Erst gegen 17 Uhr Entwarnung. Die 72-jährige demenzkranke Frau ist wieder aufgetaucht. In einem Lebensmittelgeschäft in der Nähe ihres Wohnortes. Mitarbeiter entdeckten die verwirrte Frau, alarmierten die Polizei. Viele Kilometer hat die Seniorin zu Fuß zurückgelegt. Von Sölde bis in die Aplerbecker Mark. „Sie muss sich an irgendetwas erinnert haben“, grübelt Bruno Buchholz. Der bekommt auch eine Woche nach dem für ihn erschreckenden Ereignis noch feuchte Augen, wenn er an die bangen Stunden denkt, als seine Frau verschwunden war. Im Mai sind die Buchholz‘ 50 Jahre verheiratet, „da ist der Partner ein Teil von einem selber.“

Dabei ist Bruno Buchholz klar – seine Frau ist schwer dement. Ein Schlaganfall im Jahr 1996 war der Auslöser, danach ging es schleichend bergab. Seit drei Jahren bringt Bruno Buchholz sie zur Tagespflege. Viermal die Woche. „Wir haben verschiedene Tagespflegen ausprobiert, zuletzt auf dem Möllershof in Kirchhörde“, so Buchholz. „Da waren wir eigentlich zufrieden.“

Ein neues Angebot in Sölde ließ ihn aufhorchen. „Das ist natürlich näher, und das Haus machte einen sehr guten Eindruck“. Das Aufnahmegespräch verlief positiv, Bruno Buchholz hatte vollstes Vertrauen in die Pflegekräfte. „Ich wusste, dass es eine offene Einrichtung ist, aber man hatte mir versichert, dass meine Frau in guten Händen sei.“ Jetzt fühlt er sich getäuscht. „Das darf einfach nicht passieren. Demente Patienten darf man einfach nicht aus den Augen lassen.“ Für Bruno Buchholz ist klar. In die Tagespflege im Rosenheim wird er seine Frau nicht mehr bringen.

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