Den Begriff Malerfürst findet Lüpertz „widerlich“

Museum Küppersmühle

Der Auftritt von Markus Lüpertz ist immer groß: Schwarz gekleidet in Nadelstreifen-Hose, der Mantel mit roter Seide gefüttert kommt er im Museum Küppersmühle in Duisburg an. Den silbernen Löwenknauf des Gehstocks hält der Künstler, der im April 75 Jahre alt wird, fest umschlossen.

DUISBURG

von Dorothea Hülsmeier

, 17.03.2016, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Den Begriff Malerfürst findet Lüpertz „widerlich“

Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz steht am Donnerstag im Museum Küppersmühle in Duisburg vor seinen Bildern „Fronttheater“ (links) und „Massaker“ (1992). Die Ausstellung „Kunst, die im Wege steht“ mit Werken von Markus Lüpertz zeigt bis zum 29. Mai mehr als 80 Arbeiten des Künstlers.

Lüpertz pflegt sein exzentrisches Künstler-Image, auch wenn er betont, dass er die Bezeichnung "Malerfürst" einfach "widerlich" finde. Lüpertz hat in jüngster Zeit vor allem mit umstrittenen Skulpturen wie der armamputierten Beethoven-Statue in Bonn Proteste ausgelöst.

Großformatige Malerei

In Duisburg ist nun eine Ausstellung zu sehen, die diesem Image des langjährigen Rektors der Düsseldorfer Kunstakademie (Lüpertz: "Die Stadt Düsseldorf hat mich gehasst") entgegentreten will. Im Museum Küppersmühle werden 80 Arbeiten, vor allem großformatige Malerei, aus der Sammlung Ströher gezeigt. Sie umfassen rund 50 Schaffensjahre von Lüpertz' Anfängen in den 60er-Jahren bis ins Jahr 2002.

Die private Sammlung Ströher besitze damit das größte Konvolut an Lüpertz-Werken, sagt Direktor Walter Smerling. Man habe angesichts der Fülle und Geschlossenheit auf neuere Werke als Leihgaben anderer Museen oder Sammler verzichtet. Ein "Störfaktor" sei die Kunst von Lüpertz immer gewesen, sagt Kurator Götz Adriani. Schon der Titel der Ausstellung - "Kunst, die im Wege steht" - unterstreicht das Sperrige in Lüpertz' Werk. Es zeigt sich, dass der 1941 in Böhmen geborene Künstler, der 1948 mit seiner Familie ins Rheinland flüchtete, immer einen Hang zum Monumentalen hatte.

Freude an der Malerei

Aus 33 Teilen besteht sein 2002 entstandener "Dädalus"-Zyklus. 15 Meter lang ist die erstmals zu sehende abstrakte "Lüpolis"-Arbeit von 1977, deren 20 Teile sich wie ein Altarbild an der langen Wand ausbreiten.

Gleich gegenüber ein weiteres Hauptwerk von Lüpertz - "Westwall". Zwölf Meter lang ist das abstrakte Gemälde, dessen verfremdete Rauten nicht an das einstige Nazi-Bollwerk aus Panzersperren erinnern, sondern an "Toblerone"-Schokolade - das sagt zumindest Smerling. Lüpertz expressive und wuchtige Handschrift dominiert die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit schwankenden Bilder - eine opulente Schau, die überschwängliche Freude an der Malerei vermittelt.

: "Lüpertz", 18.3.-12.6. (verlängert), Innenhafen Duisburg, Philosophenweg 55, Mi 14-18, Do-So 11-18 Uhr, Feiertage 11-18 Uhr, Katalog 25 Euro.