Dennis Kellys Stück über Jugendgewalt

Schauspielhaus Bochum

Den unbeliebten Mitschüler Adam hat die jugendliche Clique aus Spaß an Gewalt scheinbar zu Tode gequält. Nun geht es nur noch darum, die Sache zu vertuschen, unbeschadet herauszukommen. Autor Dennis Kelly zeigt in seinem Stück "DNA", welche gruppendynamischen Prozesse unter Jugendlichen ablaufen.

BOCHUM

27.04.2014, 13:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dennis Kellys Stück über Jugendgewalt

<p>Quasselstrippe Leah (Katharina Rehn) und Stratege Phil (Erol Afsin) in Dennis Kellys Jugendstück "DNA". <p></p> Küster</p>

Als jährliche Koproduktion des Schauspielhauses Bochum mit der Folkwang Universität der Künste feierte das Jugendstück für Zuschauer ab zwölf Jahren am Freitag in den Kammerspielen Premiere.

Regisseurin Katja Lauken hat mit den zehn Schauspielschülern aus dem dritten Jahrgang eine dichte Inszenierung mit individuellen Charakteren geschaffen. Da sind die Mitläufer, da sind die Stillen, die um so gewaltsamer zuschlagen, es gibt einen Möchtegern-Anführer ... Im Zentrum der Aufführung aber steht das ungleiche Pärchen Leah und Phil.

Katharina Rehn spielt überzeugend die Quasselstrippe Leah und Erol Afsins Phil lässt ihren Redeschwall cool und stumm, dabei Unmengen an Äpfeln verschlingend, über sich ergehen. Doch der apathisch wirkende Obstkauer ist der strategische Kopf der Gruppe.  

 

Er ergreift die Initiative, entwickelt einen fiesen Plan, der das Verschwinden Adams einem fiktiven Täter anlastet. Deshalb bewundert Leah ihn, dennoch mischen sich in ihr Endlos-Geplapper auch nachdenkliche Töne.

Viel Applaus 

Die Strategie geht nicht auf: Denn verhaftet wird ein Mann als Täter, den es ja eigentlich nicht gibt, und auch Adam taucht verwirrt wieder auf. Die Konflikte in der Gruppe spitzen sich zu. Niemand will Verantwortung übernehmen, der eine bangt um seine Zukunft als Zahnarzt, eine andere genießt ihren Zeugenauftritt im Fernsehen, andere werden verrückt. Nur Leah zieht Konsequenzen, verlässt die Schule. - Viel Applaus für ein tolles Ensemblespiel.

Termine: 28.4., 2./13.5.; Karten: Tel. (0234) 33 33 55 55.