Der Aufbruch des Bildes

Ausstellung in Situation Kunst

Das Bild vom Inhalt befreien und in den realen Raum holen – dieser Aufgabe haben sich seit den 50er Jahren viele Künstler gestellt. Sie werden in der Ausstellung „Aufbruch – Malerei und realer Raum“ im Kubus von Situation Kunst präsentiert.

BOCHUM

von Ronny von Wangenheim

, 08.09.2011, 19:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist die zweite große Ausstellung, für die Werke von vielen Leihgebern zusammengetragen wurden. Und wie vor einem Jahr bei „Weltsichten“ wird auch diese Ausstellung auf Tournee gehen. Bis 2013 wird sie noch in Kaiserslautern, Berlin, Würzburg und Rostock zu sehen sein.

Nicht alles kann aus Platzgründen in Bochum gezeigt werden. Doch die 60 Werke beeindrucken. Yves Klein, Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, Frank Stella, Gotthard Graubner – viele klangvolle Namen sind unter den Künstlern. Sie alle haben die Grenzen des europäischen Tafelbilds überwunden.

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Ausstellung "Aufbruch" im Kubus

Das Bild vom Inhalt befreien und in den realen Raum holen - dieser Aufgabe haben sich seit den 50er Jahren viele Künstler gestellt. Sie werden in der Ausstellung „Aufbruch - Malerei und realer Raum“ im Kubus von Situation Kunst präsentiert.
08.09.2011
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Die Ausstellung »Aufbruch - Malerei und realer Raum« im Kubus von Situation Kunst in Bochum: Objekt mit Metallteilen und einem Gartenschlauch von Frank Stella aus dem Jahr 1984.© Foto: von Wangenheim
Springt ins Auge: Das großformatige Werk "Hervorkommender Grund" von Günter Fruhtrunk. Im Hintergrund "Basra Gate" von Frank Stella.© Foto: von Wangenheim
Erich Reusch präsentiert hier die Rückseite eines Rahmens, vom Bild sind nur noch die schmalen umgeschlagenen Leinwandreste geblieben.© Foto: von Wangenheim
Auch Kuno Gonschior ist mit einem Werk vertreten.© Foto: von Wangenheim
Arman montiert Pinsel auf der Leinwand.© Foto: von Wangenheim
Michael Growe versteckt in diesem Objekt ein Regal.© Foto: von Wangenheim
Iris Poßegger (Situation Kunst) zeigt: Michael Growe versteckt in diesem Objekt ein Regal.© Foto: von Wangenheim
Iris Poßegger (Situation Kunst) zeigt: Michael Growe versteckt in diesem Objekt ein Regal.© Foto: von Wangenheim
Jan Wawrzyniak sorgte persönlich für die richtige Hängung seiner Werke, die durch asymetrische Rahmen auffallen.© Foto: Ronny von Wangenheim
"Drei Quadrate" nennt Francois Morellet dieses Werk. Der Betrachter muss die geometrische Figur in seiner Vorstellung zusammen setzen. Gar nicht so leicht.© Foto: von Wangenheim
Zwei Werke von Arman (l.) und Kuno Gonschior. © Foto: von Wangenheim
Die Ausstellung »Aufbruch - Malerei und realer Raum« im Kubus von Situation Kunst in Bochum.© Foto: von Wangenheim
Die Ausstellung »Aufbruch - Malerei und realer Raum« im Kubus von Situation Kunst in Bochum: "White Painting on a Stretcher" von Antoni Tàpies aus dem Jahr 1967.© Foto: von Wangenheim
Mit Planen arbeitete Claude Viallat für diese beiden Werke.© Foto: von Wangenheim
Erich Reusch hat seine Arbeiten im Treppenhaus platziert.© Foto: von Wangenheim
Die Ausstellung »Aufbruch - Malerei und realer Raum« im Kubus von Situation Kunst in Bochum. Sabine Straßburger: "Shaped Portrait 1 und 2"© Foto: von Wangenheim
Die Ausstellung »Aufbruch - Malerei und realer Raum« im Kubus von Situation Kunst in Bochum.© Foto: von Wangenheim
Drei Arbeiten von Mary Heilmann, Ron Gorchov und Frank Stella.© Foto: Ronny von Wangenheim
Ein Blick in die Ausstellung "Aufbruch".© Foto: Ronny von Wangenheim
Raumkörper von Elisabeth Vary.© Foto: Ronny von Wangenheim
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Und das auf ganz verschiedene Weise. Die Ausstellung ist nicht nach kunsthistorischen Stilrichtungen gegliedert, sondern stellt verschiedene Strategien zur Öffnung des Bildes vor. Sie beginnt in den 1950er Jahren, als Lucio Fontana erstmals mit einem Locheisen die materielle Bildfläche durchstieß und Ellsworth Kelly in Paris sein erstes rahmenloses Bildobjekt schuf.

Malerei, bei der die Oberfläche aufgebrochen wird, in der Farbe Reliefs bilden, Schnitte den Blick auf die Wand erlauben, ist unter dem Titel „Expressive Transformationen“ zusammen gefasst. Andere Künstler lassen den Betrachter über den Bildrand hinaus denken. So fordert François Morellet dazu heraus, in zwei unregelmäßigen Leinwänden und wenigen Linien „Drei Quadrate“ zu entdecken, wie es der Titel vorgibt. Auch Jan Wawrzyniak gibt mit seinen asymmetrischen Werken einige Denkaufgaben auf. Kaum zu glauben, dass zwei weiße Leinwände identisch sind. Wegen ihrer grellen Farben in den Augen brennen dagegen das großformatige Werk von Gunter Fruhtrunk oder eine Arbeit von Kuno Gonschior. Für Farbe als immaterielle Vorstellung steht Yves Klein. Deshalb darf eines seiner blauen, monochromen Bilder nicht fehlen. Die Ausstellung im Kubus von Situation Kunst im Schlosspark Weitmar  ist ab Samstag, 10. September, geöffnet, am Wochenende von 12 bis 18 Uhr, mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr. Es ist ein umfangreicher Katalog erschienen (24 Euro). Außerdem gibt es Führungen, begleitende Gespräche und eine Filmreihe. Unter anderem wird am 12. November der Künstler Gotthard Graubner erwartet.