Der beschwerliche Weg zum Laden

Fehlender Einzelhandel

Schwere Taschen, weite Wege: Für Senioren in Sölderholz und Lichtendorf wird das Einkaufen zur Tortur seit der letzte Supermarkt der Ortsteile geschlossen ist. Wir haben eine 72-Jährige auf ihrer Einkaufstour begleitet.

LICHTENDORF/SÖLDERHOLZ

von Von Jörg Bauerfeld

, 01.02.2013, 02:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der beschwerliche Weg zum Laden

Erika Ola an der Haltestelle Lambergstraße in Lichtendorf. Von hier aus fährt die Linie 413 nach Sölde, wo die 72-Jährige ihre Einkäufe für den täglichen Bedarf tätigt.

Ist der Hinweg noch halbwegs zu stemmen, wird der Rückweg, bepackt mit zwei vollen Einkaufstaschen, manchmal eine Last. Was sich für junge Leute als völlig unproblematisch darstellt, ist für die älteren Bürger von Lichtendorf / Sölderholz ein echtes Problem. Im Dezember schloss mit dem kleinen Rewe an der Eichholzstraße der einzige Supermarkt im Ort.  Der Neubau des geplanten Edeka an der Nelkenstraße wird noch einige Monate auf sich warten lassen. Für die Senioren im Ortsteil ein untragbarer Zustand. „Es müsste doch wenigstens in der Übergangszeit noch ein kleiner Laden öffnen, in dem man seinen alltäglichen Bedarf decken kann“, sagt Erika Ola. Dabei sei es nicht nur die Entfernung zum Einkaufen.  

 Auch die Kosten sind zu beachten. Hin- und Rückfahrt kosten immerhin 4,90 Euro. „Früher konnte man zu Fuß gehen. Zwei- bis dreimal die Woche, kleinere Einkäufe erledigen“, so die 72-Jährige. Man traf sich, man quatschte „und man hatte Bewegung, das vermisse ich und die anderen Bürger auch“. Jetzt ist man in Sölderholz und Lichtendorf auf den Einkauf per Bus angewiesen.  Vor allem wenn es schwer wird, wenn Mineralwasser oder diverse Dosen im Einkaufswagen landen, wird die Einkaufsreise nach Sölde und zurück zu einer Tortur. Zwar liefere der Edeka an der Sölder Straße auch. „Kostenlos aber erst bei einem Warenwert von 50 Euro, das ist für mich zu viel auf einmal.“ Aber die Leute im Edeka seien sehr nett. Überhaupt hat Erika Ola auch ihre positiven Erfahrungen auf ihren Einkaufstouren gemacht. Letzten Montag zum Beispiel, mit einem Busfahrer der DSW21.  

 Der stieg aus und half der älteren Dame mit ihren schweren Einkaufstaschen in den Bus. Besonders gut taten ihr die Worte „Ich nehme mir die Zeit. Setzen Sie sich erst einmal.“  Aber nichtsdestotrotz, Erika Ola wünscht sich eine Einkaufsmöglichkeit im Ort. Und das nicht erst in einigen Monaten. „Vielleicht setzt sich ja die Politik für uns ein“, sagt die ältere Dame. Denn zweimal im Monat nach Sölde zum Einkaufen ist beschwerlich für viele ältere Bürger aus Sölderholz und Lichtendorf.

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