Der Bienenmann

Elias Mattay

Ein klasse Krimi-Debüt: Elias Mattay hat mit "Der Bienenmann" einen Kriminalroman mit Serienqualität vorgelegt.

21.02.2017, 12:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein als Imker verkleideter Killer tötet in einer Villen-Gegend bei Berlin scheinbar wahllos bei den oberen Zehntausend. Er entführt sogar einen kleinen Jungen. Will er Geld? Ist er ein Psychopath?

Die Suche nach dem Täter übernimmt eine Sonderkommission, in der sich schwierige Charaktere der Berliner und Potsdamer Polizei zusammenraufen müssen. Das geht - bei aller Sorge um den entführten Jungen - nicht ohne Reibungsverluste.

Motiv des "Imkers"

Während sich die Kriminalisten von privaten Problemen und Kompetenzgerangel ablenken lassen, bekommt der Leser häppchenweise eine Ahnung vom Motiv des "Imkers". Erfährt aber nichts von seiner Identität.

Gibt es eine Verbindung zu der jungen Frau, die der tragische Tod ihres kleinen Sohnes so aus der Bahn geworfen hat, dass man ihr sogar den Mord an dem Arzt zutraut, der den frühen Tod möglicherweise mit zu verantworten hat?

Unsaubere Methoden

Nur zu gern würden Teile der Ermittlergruppe dieser Frau die Taten anhängen, und nicht immer bedienen sich die Polizisten sauberer Verhörmethoden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Trotz der gebotenen Ermittlungseile gibt Mattay seinen Figuren Zeit, sich zu entwickeln. Selbst der Showdown gegen Ende lässt den Leser nicht völlig atemlos zurück - was der Spannung des ganzen Buches aber keinen Abbruch tut.

Psychologisch geschult

Elias Mattay hat als Psychologe mit zahlreichen Strafgefangenen und auch wissenschaftlich zu Fragen der Kriminalität gearbeitet. Wenn er sich mit der Psychologie von Krimi-Lesern genauso gut auskennt, wird er wissen, dass sie es ihm danken würden, wenn er Roman Baer und Jana Seitz weiter ermitteln ließe.

Das Duo hätte das Zeug zu Serienhelden. Und nur zu gern würden ihre neuen Fans noch erleben, dass es ihren zweifelhaften Vorgesetzten trotz der Beförderungen irgendwann doch noch an den Kragen geht.

Elias Mattay: Der Bienenmann, 480 S., Berlin Verlag. 12,90 Euro, ISBN 978-3-3331-084-3.