Der Chronist von Kirchderne

Friedhelm Thomann

Einen Riesenfotofundus aus Kirchderne und Umgebung hat Friedhelm Thomann (67). Seit seinem 14. Lebensjahr ist er passionierter Hobbyfotograf. So hat er etwa die Dionysius-Kirche, die Zeche Gneisenau oder die 1200-Jahr-Feier festgehalten.

KIRCHDERNE

02.09.2011, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Friedhelm Thomann hat dieses Foto unter dem Titel "Eines der ersten Geschäfte in Kirchderne" bei Nahraum hochgeladen. Es zeigt eine Trinkhalle auf der Ecke Karrenberg / Baukamp.

Friedhelm Thomann hat dieses Foto unter dem Titel "Eines der ersten Geschäfte in Kirchderne" bei Nahraum hochgeladen. Es zeigt eine Trinkhalle auf der Ecke Karrenberg / Baukamp.

Durch eine der alten Fotografien hat er einem Rechtsstreit mit der Stadt gewonnen. Es ging um Abgaben für die Fertigstellung des Merckenbuschweg. Die Kommune behauptete, der Weg sei früher schon eine Straße gewesen, der Kirchderner konnte mit der Aufnahme beweisen, dass es sich nur um einen Karrenweg handelte. Viele Menschen geben Friedhelm Thomann ihre alten Fotos, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben, denn der technisch versierte Kirchderner stellt sie in den Computer. „Sie kramen in alten Umschlägen und Zigarrenkästen“, schmunzelt Thomann. Von seiner Nachbarin hat er ein Foto, das sie 1947 als junges Mädchen mit Zöpfen zeigt. Der Hintergrund verdeutlicht, wie wenig Kirchderne damals bebaut war. „Ich sehe mich als Zeitzeuge und Multiplikator“, erklärt der engagierte Kirchderner seine Motivation. Nebenbei ist er auch 2. Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Springorum und hat nach dem Ausscheiden aus seinem Beruf im Hoeschmuseum und als ehrenamtlicher Richter gearbeitet.

Wer von den jungen Leuten weiß sonst später noch, dass es einmal eine weitere Schule – die sogenannte weiße Schule – in Kirchderne gegeben hat, von der nur noch einige Pfeilerreste am Baukamp stehen, oder dass sich gegenüber von St. Dionysius die Gaststätte Schomberg befand? Als Fotograf hat Friedhelm Thomann alle technischen Entwicklungen mitgemacht. Trotz aller Möglichkeiten heutzutage hebt er hervor: „Früher wurden die Motive mit größerer Sorgfalt ausgewählt.“ Auf rund 1000 Bilder schätzt er seine Sammlung. Doch einiges fehlt noch: „Wo ist nur das Foto vom ersten Rosenmontagszug nach dem Krieg? Es muss um 1950 gewesen sein, als wir dort auf Ziegelsteinen standen.“

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