Der einsame Engel

Friedrich Ani

Ein Geschäftsmann verschwindet. Privatermittler Tabor Süden versucht, ihn zu finden, und stößt auf ein Leben, das so gar nicht in das normale Bürgertum passen will.

31.01.2016, 11:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der verschwundene Mann hatte Affären mit Frauen unterschiedlichen Alters, von denen ihn einige tatsächlich auch vermissen.

Nur vordergründig

Wer von Friedrich Ani einen "normalen Krimi" erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Bewusst nennt der Autor sein Buch "Der einsame Engel" auch selbst nicht Krimi, sondern "Tabor-Süden-Roman", denn im Mittelpunkt steht nur vordergründig der Fall des verschwundenen Geschäftsmannes.

Eigentlich aber geht es um Tabor Süden selbst, um den in sich zerrissenen Ermittler, der nun mit dem Tod seines Kollegen und Freundes Leonhard Kreutzer umgehen muss. Und damit, möglicherweise bald keinen Job mehr zu haben.

Detektei soll geschlossen werden

Denn seine Chefin Edith Liebergesell überlegt, die Detektei zu schließen. Und genau deshalb will sie auch nicht, dass Tabor und seine Kollegin Patrizia sich überhaupt mit dem Fall des verschwundenen Justus Greve beschäftigen.

Das stört aber weder Süden noch Patrizia. Denn vor allem Tabors Kollegin will, dass die Detektei weiter besteht.

Je mehr er über Greve erfährt, desto mehr ist Süden davon überzeugt, dass der Geschäftsmann bewusst untergetaucht ist und nicht mehr gefunden werden will. Weil er mit seinem alten Leben nichts mehr zu tun haben will.

Bildhafte Sprache

Etwas, das er mit Süden irgendwie gemeinsam hat. Auch der Ermittler und frühere Polizist würde am liebsten vieles von dem vergessen, was er schon erlebt hat und was zu dieser inneren Unruhe und gleichzeitigen Einsamkeit geführt hat.

Ein Roman, der einen nicht mehr loslässt, weil sich der Autor so sehr mit seiner Hauptfigur beschäftigt und den Kriminalfall zum Nebenschauplatz werden lässt. Wunderbar formuliert, voller bildhafter Sprache.

Friedrich Ani: Der einsame Engel, 208 S., Droemer, 18 Euro, ISBN 978-3-426-42452-0.