Der goldene Handschuh

Heinz Strunk

Ein leichter Stoff, wie man ihn von Heinz Strunk eigentlich kennt, ist das hier nicht. Der Mann, der im Bestseller "Fleisch ist mein Gemüse" heiter bis melancholisch seine erfolglosen Jahre als Musiker verarbeitet hat, entführt den Leser in das Milieu der real existierenden Hamburger Kneipe "Der Goldene Handschuh", 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr geöffnet, in der sich gerade in den 70ern vor allem Menschen getroffen haben, die der Alkohol ganz nach unten gespült hat.

20.03.2016, 13:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der goldene Handschuh

HANDOUT - Das Cover des Buches „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk (undatierte Aufnahme). Foto: Rowohlt Verlag/dpa (zu dpa-Themenpaket Leipziger Buchmesse - „Das Multitalent Heinz Strunk - „Der goldene Handschuh““ vom 03.03.2016 - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung in Zusammenhang mit der Berichterstattung über das genannte Buch und nur bei vollständiger Nennung der Quelle: „Foto: Rowohlt Verlag/dpa“) +++(c) dpa - Bildfunk+++

So einer war Fritz Honka, der vier Frauen bestialisch tötete und drei von ihnen in seiner Wohnung versteckte.

Strunk schildert das Milieu schonungslos und hart, lässt "Fiete" Honka über sein Leben und das der anderen sinnieren. Die sprachliche Wucht Strunks ist nichts für zarte Gemüter, dennoch schafft es der Autor, den Figuren einen Rest Würde zu lassen.

Strunks großartige Leistung besteht allerdings darin, dem Leser bei aller Tragik der monströsen Taten auch mal ein Lächeln zu entlocken, wenn es auf die Reise ins absurde Gedankengut der Gestrandeten geht.

 

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh, 250 S., Rowohlt, 19,95 Euro, ISBN 978-3-4980-6436-5. Strunk liest das dazugehörige Hörbuch selbst - ein Extraerlebnis.