Der kleine Vampir: Theatervergnügen für die ganze Famiie

BOCHUM Seit 30 Jahren wachsen Kinder mit dem kleinen Vampir auf. Wenn jetzt Rüdiger von Schlotterstein die Bühne des Bochumer Schauspielhauses erobert, ist die Bezeichnung Familienstück also genau die richtige.

von von Ronny von Wangenheim

, 24.11.2008, 18:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bühnenfassung

Bühnenfassung

Was Anfang der 80er Jahre dazu führte, dass eine Anfrage kam: Ob er zu Angela Sommer-Bodenburgs Erfolgsreihe "Der kleine Vampir" eine Theaterfassung schreiben könne. Seitdem wird seine Bühnenfassung überall in Deutschland, aber auch im Ausland gespielt. Inszeniert hat Wolf-Dietrich Sprenger "seinen" Vampir allerdings noch nie. Für Bochum hat er noch mal über den alten Text geschaut, vorsichtig modernisiert. Kleine Anspielungen, die Sprengers Affinität zum Kabarett zeigen, hat er Friedhofswärter Geiermeier untergeschoben. Der Vampirjäger ist zugleich "ein "Ausgesaugter - von Nokia, von Opel".

Nebliger Friedhof

Solche Feinheiten werden die kleineren Zuschauer ab sechs Jahren nicht so sehr interessieren. Für sie gibt es phantasievolle Kostüme, die schaurig-schöne Geschichte und viel Musik. Die Bühne dreht sich effektvoll vom nebligen Friedhof zur Gruft und zur Wohnung von Anton, der viel lieber Dracula-Geschichten liest als Mathematik zu lernen. Und der irgendwann Besuch bekommt von Rüdiger, 246 Jahre alt und ein Vampir. Er ist aus einer anderen Welt, vielleicht gefährlich. Dass man auf solch Fremde offen zugehen, keine Vorurteile haben sollte, ja Freundschaft schließen kann, ist die Botschaft, ist die Moral des Theaterstücks, auf die Sprenger nicht verzichten will. "Ich bin gegen ein Theater ohne Moral", sagt er und lacht: "Da bin ich ganz altmodisch."