"Der lange Abschied von der Kohle" feiert Kino-Premiere

Dokumentation des WDR

Wenn am Kino mit „Glückauf“ gegrüßt wird und Herren in Knappenkluft anwesend sind, wird es wohl einen Film über den Bergbau zu sehen geben. Ganz recht: Am Dienstagabend feierte in der Essener Lichtburg die Doku „Der lange Abschied von der Kohle“ Kino-Premiere, ein Film zur Geschichte des schwarzen Goldes im Revier.

ESSEN

, 27.09.2017, 17:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Der lange Abschied von der Kohle" feiert Kino-Premiere

Michael Moers arbeitet auf der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop.

Gemacht haben ihn Werner Kubny und Petra Neukirchen, die im Auftrag der Ruhrkohle AG und des WDR von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets erzählen. Die RAG ist Herrin über die Zechen, in Archiven des WDR lagert das Bildmaterial vergangener Tage.

Und Werner Kubny ist ein Regisseur, der die Materie kennt, weil er schon zum Thema gearbeitet hat, so in „Abenteuer Ruhrpott“ von 2003. „Der lange Abschied von der Kohle“ ist ein Film zwischen Stolz und Wehmut, Ode an eine glorreiche Industrie und die Menschen, die dort schufteten.

Geschichte über den Abschied von der Kohle

Wenn 2018 die Steinkohle-Förderung auf Prosper-Haniel endet, ist der Bergbau im Revier Geschichte. Anlass für die Filmemacher, in der Historie zu blättern. Zum Auftakt blicken Kumpels mit schwarzen Gesichtern ernst in die Kamera. Lebende Denkmale, Helden der Arbeit.

Pathos schwingt mit, auch in der Musik von den Bochumer Symphonikern. Mehrfach umspielt sie das Thema des „Steigerliedes“, das wir später als HipHop hören und als Chorgesang im Schalker Stadion. Kumpels und Kicker, auch so eine Geschichte.

Kamera begleitet Bergleute bis zur Schließung

Die Kamera begleitet Bergleute von Auguste Victoria auf den letzten Schichten, Countdown bis zur Schließung. Wir lernen viel über die Plackerei unter Tage, damals und heute, mehr noch über die Solidarität der Kumpel. Zechen sterben, das Wir-Gefühl aber bleibt.

Unter Tage sind alle gleich, Türke, Pole, Deutscher. Der Film erinnert an die Rolle des Reviers als Motor des Wirtschaftswunders, an Demos und Arbeitskämpfe, richtet den Blick aber auch nach vorn. In alten Zechen regen sich zarte Pflanzen neuer gewerblicher und kultureller Nutzung. Sehenswert.

2018 sendet der WDR den Film. Im Oktober startet er im Kino. Im „Casablanca“ Bochum läuft er am 15.10., dann ab 19.10., in der „Schauburg“ Dortmund am 15.10.

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