Der Punk des schwarzes Mannes

Neu im Kino

Bevor der Gangsta-Rap zur Fundgrube für die Bushidos dieser Welt wurde, war er ein Reflex auf das Leben im Ghetto. Authentisch wie eine Sozialreportage, getextet im derben Straßenköter-Jargon. N.W.A. (Niggaz With Attitude) waren die ersten Superstars des Gangsta-Raps.

25.08.2015, 13:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Punk des schwarzes Mannes

O’Shea Jackson Jr. als Ice Cube

"Straight Outta Compton", direkt aus Compton (dem Horror-Viertel von L.A.), war ihr Debütalbum von 1988 betitelt. So heißt auch der Film von F. Gary Gray, der vom Aufstieg der Band erzählt. Es ist die uramerikanische Geschichte vom Reichtum über Nacht, ein Film über Jungs, die Frust in Musik und Kunst verwandelten, wie Afro-Amerikaner es immer taten.

Gespür für Beats

Ghetto-Kids mit großer Klappe und Gespür für satte Beats bogen von der Crack-Avenue auf die Straße zum Ruhm ein. Dr. Dre ist heute Studiomogul und Milliardär dank seiner Kopfhörer. Ice Cube, verkörpert vom Sohn, wurde Solokünstler und Filmstar. Eazy-E ist tot, 1995 hingerafft von Aids.

Legenden-Pflege

Er ist die Zentralfigur des Films. Der Ex-Dealer, der einen weißen Manager (Paul Giamatti) anheuert und übers Ohr gehauen wird. Der sich mit allen zerstreitet, wieder versöhnt und große Pläne hat, die der Tod durchkreuzt. Soweit der tragische Part.

Ansonsten feiert der Film den Hip-Hop als Punk des schwarzen Mannes. Legenden-Pflege ist mit im Spiel. Frauen sind nacktes Dekor - geschenkt. Aber der Rassismus in den USA ist noch der gleiche wie damals als N.W.A. "Fuck Tha Police" rappten.

Zwei Kinostunden amerikanischer Wirklichkeit, nicht übel!