Der Rollerclub Witten feiert sein 20-jähriges Bestehen

Geburtstagstour zur Mosel

Seit 20 Jahren gibt es in Witten einen Rollerclub. Die Faszination für ihre Zweiräder führt dessen Mitglieder auf immer wieder neue Routen: Bis nach Norwegen oder durch sechs Länder nach Rom. Verloren haben sie auf ihren Touren noch nie jemanden - dank spezieller Fahrregeln.

WITTEN

von Von Christian Stein

, 14.09.2013, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das macht unsere Leidenschaft aus“, schwärmt Jörg Schulz. Der Vorsitzende des Rollerclubs Witten feiert an diesem Wochenende gemeinsam mit 23 weiteren Mitgliedern den 20. Geburtstag des Vereins. Es war Wolfgang Gerhardts, der 1993 den Rollerclub gegründet hatte. Sein Gedanke: „Man muss ja nicht alleine Rollerfahren.“ 13 Mitglieder schlossen sich dem Verein im ersten Jahr an, das mit einem gemeinsamen Zapfenfeuer inklusive Stollenessen und Glühweintrinken zu Ende ging. Die erste große Tour führte den Club an Pfingsten 1994 nach Gleidorf im Sauerland mit Übernachtung. Damit die Mitfahrer auch immer sicher an ihr Ziel gelangen, kümmerte man sich um eine Erste-Hilfe-Versorgung und führte Fahrregeln ein. „Mittlerweile fährt der schnelle Fahrer vorne weg. Er hat das Navi und beachtet Verkehrshinweise. Dahinter kommt der Langsamste, damit sich der Schnellste an seinem Tempo orientieren kann“, erzählt Jörg Schulz. Geht unterwegs doch mal einer verloren, wartet der Letzte der Gruppe an einer Kreuzung auf das Schlusslicht. „Bislang sind immer alle Teilnehmer am Ziel angekommen, wir mussten keinen vermisst melden“, sagt Jörg Schulz mit einem Augenzwinkern.

Der 53-Jährige ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des Wittener Rollerclubs. Schon viele Fahrten hat er miterlebt. An einen Ausflug erinnert er sich besonders gerne zurück. Weil seine Frau eine absolute Italien-Liebhaberin ist, war es schon immer ihr Traum, Rom kennen zu lernen. Gesagt, getan. Jörg Schulz kam auf die Idee, die Reise mit einer Rollertour zu verbinden. Drei Wochen fuhr das Ehepaar durch Europa. Etappe für Etappe. Täglich zwischen 300 und 540 Kilometer. Und das auf einem Pantheon-Roller der Marke Honda, quer durch sechs Länder, mit einer 40 Liter-Gepäckrolle zwischen den Beinen. Am Steuer: Jörg Schulz, fest umklammert von seiner Frau. „Ein unvergessliches Erlebnis“, betont der Clubvorsitzende. Wie etwa 40 Prozent der anderen Mitglieder ist Schulz berufstätig – die beiden ältesten Mitglieder sind 76 Jahre alt. Um Beruf und Rollerfahren unter einen Helm zu bekommen, brechen die Mitglieder immer am dritten Sonntag des Monats auf zu ihren Standardtouren. Start ist jeweils um 9.30 Uhr, Ende gegen Nachmittag. Das wohl weiteste Ziel, das der Rollerclub in seiner 20-jährigen Geschichte angepeilt hat, war Norwegen. „Dort hat ein Bekannter ein Haus, wo wir übernachten durften. Die Route sind wir natürlich mit dem Roller gefahren“, sagt Jörg Schulz.

Weitere Ausflüge führten nach Paris, Dresden oder in den Bayrischen Wald. Zum 20. Geburtstag machen sich die Wittener Rollerfahrer am Wochenende auf an die Mosel – eine etwa 280 Kilometer lange Etappe. Jörg Schulz: „Dort ist die Landschaft so schön, dass man sie nur auf dem Roller mit gemütlichen Tempo entdecken und genießen kann.“

Schlagworte: