Der Urknall war himmelblau

Neue Planetariums-Show

Die neue Planetariumsshow im LWL-Naturkundemuseum beginnt mit dem größten Rätsel der Menschheit: der Entstehung von Raum und Zeit. Wie war das mit dem Urknall? Und wie ging es weiter? Wie entstanden Weltall, Erde, Dinosaurier, der Mensch? In 48 Minuten rast der Zuschauer durch 14 Milliarden Jahre Zeitgeschichte. Es ist schwindelerregend.

Münster

, 28.07.2014, 19:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Titelbild zur neuen Show »Zeitreise - Vom Urknall zum Menschen« zeigt eine frühe Ansicht des Sonnensystems vor Geburt der Erde.

Das Titelbild zur neuen Show »Zeitreise - Vom Urknall zum Menschen« zeigt eine frühe Ansicht des Sonnensystems vor Geburt der Erde.

Zudem war der Urknall, also das Urgas, das sich blitzschnell ausdehnte, ziemlich heiß: Milliarden Grad heiß. „Bei diesen Temperaturen leuchtet Gas gewöhnlich bläulich“, so Voss. Also entschied man sich für Himmelblau – begleitet von Blitzlichtgewitter. Produziert wurde die Show in Münster, allerdings in Kooperation mit neun anderen deutschen Planetarien, darunter Bochum und Osnabrück. Zwei Jahre hat die Herstellung gedauert, 100 000 Euro gekostet – die Leistung eigener Mitarbeiter nicht mitgerechnet. „So etwas kann man nur gemeinsam stemmen“, sagte Alfred Hendricks, Leiter des LWL-Naturkundemuseums, gestern bei der Vorstellung der Show.

Ein Stab von 20 Physikern, Astronomen, Geologen, Paläontologen und Biologen sowohl aus Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, aber auch aus den USA und vom Max-Planck-Institut Heidelberg, haben die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beigesteuert. Aktenordner voller Zahlen, Daten, Kurven kamen so zusammen. Susanne Hüttemeister vom Bochumer Planetarium erklärte: „Die Kunst ist es, daraus eine Show zu machen, die fachlich richtig und gleichzeitig unterhaltsam ist.“ Die Kunst ist gelungen. Drei Grafikbüros haben die Daten in spektakuläre Bilder umgesetzt und untergegangene Welten neu erschaffen. Björn Voss hat die Zusammenhänge so anschaulich beschrieben, dass Kinder ab neun Jahren sie prima verstehen, Synchronsprecher Christian Schult spricht warm und sonor, die Musik wurde eigens von Frank Wolff komponiert.

Auf dieser „Zeitreise – Vom Urknall zum Menschen“ erlebt der Zuschauer nun Geburten von Sternen, die Entstehung der Milchstraße, Einschläge von Kometen auf der Erde, aber auch einen Tauchgang in die Tiefsee, wo das Leben entstand. Ur-Fische scheinen unter der Planetariumskuppel zu schwimmen. Und schließlich stapfen Dinosaurier, schwer wie eine Lokomotive, über die Köpfe des Publikums hinweg. Sie künden schon von der nächsten großen Ausstellung im Naturkundemuseum, die am 26. September beginnt: „Dinosaurier – die Urzeit lebt!“ Sie lebt auch schon im Planetarium.  

  • Showtermine: Ab Freitag (1. August) zu wechselnden Zeiten. Während der Sommerferien: Mi, Fr, Sa 11 Uhr, So 11 und 17 Uhr, Di und Do 17 Uhr.
  • Karten zum Preis von 5,50 Euro (Erwachsene) und 3 Euro (Kinder) gibt es im LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285 (Di bis So 9-18 Uhr).
  • Ausstellung: Vor dem Planetarium wird die Geschichte der Welt in 17 Schritten mittels Fotos, Objekten und Texten vorgestellt.
  • Informationen unter Telefon (0251) 591-6050.