Der Vater, der vom Himmel fiel

J. Paul Henderson

Neben John Irving hat der Diogenes Verlag mit J. Paul Henderson einen weiteren fabelhaften Geschichtenerzähler im Programm. In seinem Roman „Der Vater, der vom Himmel fiel“ geht es um eine äußerst seltsame Familie – und davon erzählt Henderson ausgesprochen amüsant.

22.08.2017, 13:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vater Bowman wird von einem LKW überfahren, als er auf dem Weg ist, sich einen Schokoriegel zu kaufen. An der ersten Bude war er ihm zu teuer, also sucht er die nächste auf – und das wird ihm zum Verhängnis. Und dieser Papa erscheint nun seinem jüngsten Sohn Greg, der wegen der Beerdigung aus den USA nach England zurückgekehrt ist. Er soll für seinen Vater noch ein paar Sachen klären ...

Skurrile Typen

So lernt der Leser nach und nach Hendersons Kosmos durchgeknallter, aber meist liebenswerter Typen kennen. Da ist der einsame Onkel, der im hohen Alter noch eine Bank überfallen will. Da ist Gregs großer Bruder, der mit einer schrecklichen Gattin zu kämpfen hat und unter einer Fußphobie leidet. Hübscher Stoff für fantasievolle Geschichten, die Autor Henderson meisterhaft zu erzählen weiß.

Auch für Greg, der dafür sorgt, dass alles in die richtigen Bahnen kommt, gibt es in diesem Roman noch eine Überraschung. Der Sohn der Friseurin ist nicht das uneheliche Kind seines Vaters, regelmäßige Kontoüberweisungen deuten darauf hin, sondern von Greg. Absolut lesenswert!

J. Paul Henderson: Der Vater, der vom Himmel fiel, 341 S., Diogenes, 20 Euro, ISBN 978-3-257-86315-4.