„Desaster“ ist ein fröhlicher Sterbe-Reigen an Côte d´Azur

Neu im Kino

Ed (Justus von Dohnányi) und Mace (Jan Josef Liefers) sind ein Gespann, wie es von Tarantino sein könnte. Zwei Profi-Killer, harte Hunde. Der eine (Ed) unterbelichtet, der andere ein heller Kopf, beide leicht neurotisch.Figuren für eine schwarzhumorige Farce, eine Komödie über Gangster, die Gangster aufs Kreuz legen und eine Kette von Ereignissen auslösen, die aus dem Ruder laufen. Ein "Desaster" eben, wie auch der Film betitelt ist, den Dohnányi geschrieben und inszeniert hat.

19.07.2015, 14:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auftraggeber Dr. Würsch (Stefan Kurt, l.) gibt den Ganoven Mace (Jan Josef Liefers, M.) und Ed (Justus von Dohnanyi) Anweisungen in einer Szene des Kinofilms „Desaster“.

Auftraggeber Dr. Würsch (Stefan Kurt, l.) gibt den Ganoven Mace (Jan Josef Liefers, M.) und Ed (Justus von Dohnanyi) Anweisungen in einer Szene des Kinofilms „Desaster“.

An der Côte d’Azur übernimmt das Duo den Auftrag, über das Wohl eines Staatsanwaltes (Stefan Kurt) zu wachen, der sich von einem Mafioso (Milan Peschel) schmieren lässt. Er soll den Aufenthaltsort von Kronzeugen verraten, damit der Pate sie ausschalten kann, bevor sie aussagen.

Tod durch Missgeschick

Das wäre der Plan. Weil jeder hier sein eigenes Süppchen kocht, muss er scheitern. Die Frau des Mafiosos (Anna Loos) bezirzt den Staatsanwalt, will aber mit ihrem Liebhaber durchbrennen. Ed und Mace sollen alles beobachten und stolpern von einem Fettnäpfchen ins nächste. Tod durch Missgeschick. Ins-Gras-Beißen nach den Gesetzen des Slapsticks heißt Dohnányis Parole.

Irgendwann steckt ein Killer im Kamin, einer ist an den Staatsanwalt gekettet, in der Villa stapeln sich Leichen. Das fängt munter an, Liefers mit Glatzenschnitt und Dohnányi mit Rockerbart bewegen sich gut gelaunt abseits gewohnter Rollen. Anna Loos lässt die Venusfalle zuschnappen, Stefan Kurt geht ihr willig auf den Leim.

Das Drehbuch spult seine fröhlichen Sarkasmen ab. Die Musik lärmt mit gefährlichen Bratgitarren, aber der Schneeball-Effekt will sich nicht einstellen. Wo Dohnányis Vorbilder aberwitzige Eigendynamik entwickeln, hört man bei "Desaster" die Nachtigall trapsen. Immer schlecht, wenn die Absicht hinter den Späßen zu spüren ist. Ein Guy Ritchie zündet große Böller, Dohnányis Krawall- und Hauruck-Humor bleibt bescheidenes Tischfeuerwerk.