Deusener Feuerwehr bat zur Typisierungs-Aktion

Hilfe für Leukämiekranke

Sie retten Leben, wenn es brennt. Sie löschen, wenn Flammen lodern. Sie sind immer da, wenn man sie braucht. Markige Sätze, die ins Schwarze treffen. Die 34 Männer und Frauen der Feuerwache Deusen wollen aber nicht nur mit Schlauch und Wasser helfen.

DEUSEN

von Von Sebastian Schulte

, 20.10.2013, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deusener Feuerwehr bat zur Typisierungs-Aktion

Die Deusener Feuerwehr will Menschen mit Blutkrebs helfen.

Sie halfen auch, das Leben ihres Kollegen Andreas (Nachname der Redaktion bekannt) aus Hannover zu retten. Der 41-Jährige ist an Blutkrebs erkrankt. Leukämie - so der medizinische Name der Krankheit - muss heutzutage kein Todesurteil mehr sein. Die Deusener Feuerwehrleute haben sich am vergangenen Samstag in ihrer Wache typisieren lassen. "Das funktioniert mit einem Abstrich von der Wangenschleimhaut", erklärt Daniela Prante von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die Proben werden später im Labor auf zwölf Gewebemerkmale untersucht - und dann mit den Daten des an Leukämie erkrankten Patienten verglichen. Stimmen die Merkmale überein, kann eine Stammenzellen-Spende erfolgen, um Blutkrebs zu heilen.Erfolgschance liegt bei 75 Prozent"In 75 Prozent der Fälle finden wir einen geeigneten Spender", weiß Prante. Rund vier Millionen Menschen haben sich in Deutschland bisher typisieren lassen.

Antonio Gimenez-Groß von der Deusener Feuerwehr ist etwas enttäuscht: Bis zum Mittag haben nur zehn Interessierte den Weg in die Wache gefunden. Nach Ende der Veranstaltung seien es insgesamt 26 gewesen, sagt er später.  Dennoch ist es ein Erfolg: Denn für Andreas konnte schon ein Spender gefunden werden. "Das stand aber schon vor unserer Aktion hier fest, und wir haben das auch so kommuniziert", nennt Daniela Prante einen möglichen Grund für die geringe Teilnehmerzahl. "Außerdem ist Hannover natürlich weit weg." Das Interesse steige, wenn es um einen Leukämie-Kranken am Wohnort gehe.

Einzelschicksale

Die DKMS-Mitarbeiterin weiß, dass die Organisation Menschen nur über Einzelschicksale zur Spendenbereitschaft motivieren kann. Dennoch bleiben die Patienten vor dem neugierigen Interesse der Öffentlichkeit geschützt: "Wann und wo Andreas die Stammzellen-Spende erhält, geben wir nicht bekannt."

Aus dem Internet, haben die Deusener von Andreas' Schicksal erfahren. "Da wollten wir uns unbedingt beteiligen und helfen", bekräftigt Gimenez-Groß sein eigenes Engagement und das seiner Feuerwehr-Kameraden. Für Andreas kann Dank dieser Hilfe jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnen: ohne Leukämie.

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