Deutsche Bank 2019 mit 5,3 Milliarden Euro Verlust

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Auch 2019 war für Deutschlands größtes Geldhaus ein Jahr mit roten Zahlen. Die Kosten für den Konzernumbau machen sich stark bemerkbar. Die Kernbank steigert dagegen den Gewinn.

Frankfurt am Main

30.01.2020, 07:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dunkle Wolken sind über der Zentrale der Deutschen Bank aufgezogen. Im Jahr 2019 machte das Finanzinstitut einen Milliardenverlust.

Dunkle Wolken sind über der Zentrale der Deutschen Bank aufgezogen. Im Jahr 2019 machte das Finanzinstitut einen Milliardenverlust. © dpa

Die Deutsche Bank hat Zahlen für das vergangene Quartal geliefert und die Analystenschätzungen verfehlt. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Minus von rund fünf Milliarden Euro unter dem Strich gerechnet. Deutschlands größtes Bankhaus meldete derweil ein Minus von 5,3 Milliarden Euro.

Die Kosten für den Konzernumbau machen sich dabei ebenso bemerkbar wie das nach wie vor schwierige Umfeld mit Zinsen auf Rekordtief. Nach Abzug der Zinsen für die Anleihen des Instituts, den sogenannten Additional-Tier-1-Bonds, beträgt der Verlust sogar 5,7 Milliarden Euro.

Das Geschäft in der Kernbank, also in den weiterhin strategischen Geschäftsbereichen, hat sich indes 2019 stabilisiert, so die Bank weiter. Der Gewinn vor Steuern betrug 543 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte bei den Erträgen, Umbaukosten, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen betrug der Gewinn vor Steuern 2,8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 7 Prozent gegenüber 2018.

Mit einer radikalen Neuausrichtung will Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing den Frankfurter Dax-Konzern zurück auf die Erfolgsspur führen. Das Investmentbanking, das dem Geldhaus milliardenschwere Strafen einbrockte, wird kräftig gestutzt. Die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern soll bis Ende 2022 um rund 18.000 auf 74.000 schrumpfen.

Bank-Chef Sewing gibt sich kämpferisch

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gibt sich trotz eines weiteren Verlustjahrs kämpferisch und blickt optimistisch nach vorne. Der Radikalumbau verlaufe in manchen Bereichen sogar besser als geplant. „Wir kommen schneller voran als erwartet“, schrieb er in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Mitarbeiter. Trotz der hohen Aufwendungen für den Umbau sei es der Bank gelungen, die Kapitalposition zu festigen.

Dies sei darauf zurückzuführen, dass der Abbau von Altlasten und Risiken schneller vorangehe als gedacht. „Aufgrund des starken Kapitalpolsters von 13,6 Prozent sind wir sehr zuversichtlich, den Umbau mit unseren Mitteln stemmen und nun wieder wachsen zu können“, erklärte Sewing.

Nachdem zuletzt vor allem der Start des Umbaus die Bank beschäftigte, verschiebe sich der Fokus jetzt in Richtung Wachstum. „Wir wollen unsere Marktposition nicht mehr nur verteidigen. Wir wollen sie wieder ausbauen.“ Gleichzeitig müssten aber die Kosten weiter runter und die Risiken in der Bilanz weiter sinken.

„Bis die Transformation abgeschlossen ist, wird noch einiges an Arbeit nötig sein. Aber wenn wir weiter so konsequent, diszipliniert und engagiert voranschreiten wie in den vergangenen sechs Monaten, dann blicke ich sehr zuversichtlich auf 2020 - und darüber hinaus“, heißt es in dem Brief. Kern der neu ausgerichteten Deutschen Bank soll eine Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert.

RND/dpa

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