Deutsche schieben mehr Frust im Job

Studie

Vor rund 25 Jahren sind wir noch mit mehr Elan in den Joballtag gestartet: Das Arbeiten macht den Deutschen heute weniger Spaß. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. Wir zeigen die Gründe auf und geben Tipps: So schaffen Sie mehr Glücksmomente am Arbeitsplatz.

DUISBURG

von dpa

, 02.08.2011, 18:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Welche Jobs machen zufrieden? Eine aktuelle Studie zeigt: Bildung ist eine wichtige Voraussetzung, dass ein Arbeitnehmer seine Aufgaben gerne macht. (Bild: dpa)

Welche Jobs machen zufrieden? Eine aktuelle Studie zeigt: Bildung ist eine wichtige Voraussetzung, dass ein Arbeitnehmer seine Aufgaben gerne macht. (Bild: dpa)

Immer mehr Frust im Job: Arbeitnehmer in Deutschland sind einer Studie zufolge über die vergangenen Jahrzehnte unzufriedener geworden. Am glücklichsten im Job sind heute die Akademiker. Ältere Arbeitnehmer murren aber immer mehr über ihre Situation, sagen Forscher. Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hat für seine Untersuchung Daten aus der repräsentativen Befragung des Sozio-oekonomischen Panels zwischen 1984 und 2009 ausgewertet. Dafür werden jedes Jahr rund 11 000 Haushalte in Deutschland befragt.

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So schaffen Sie Glücksmomente im Beruf

Frust im Job? Das muss nicht sein. Diese Tipps sorgen für Wohlfühl-Atmosphäre am Arbeitsplatz. Damit die Kaffeepause nicht der einzige Lichtblick des Tages bleibt.
14.02.2012
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Eines vorweg: Wenn Ihr Chef nicht gerade Bernd Stromberg heißt, dann sind Sie prinzipiell ein Glückspilz - denn so gibt es keine hinderlichen Faktoren, die der Steigerung Ihrer Zufriedenheit im Job im Weg stehen.© Foto: dpa/obs/TELE2
Wenn der Durchblick fehlt, schwächelt auch die Motivation. Chaos auf dem Schreibtisch unbedingt in Ordnung bringen! Dann bekommt man automatisch einen klaren Kopf.© Foto: Arnd Petry/dpa/gms
Pausen immer nutzen, um frische Luft zu schnappen. Jeder Sonnenstrahl, der auf der Nase kitzelt, lässt das Stimmungs-Barometer ansteigen.© Foto: dpa
Dieses kleine Schreibtisch-Accessoire verleiht bei der Arbeit im Büro Flügel: Der Schmetterling ist eigentlich ein Locher. Da macht das Abheften von Akten gleich viel mehr Spaß.© Foto: Koziol/dpa/gms
Mit Kollegen kann man auch reden. Es müssen ja nicht gleich tiefe Freundschaften daraus werden, aber ein gutes Klima macht einfach gute Laune.© Foto: Jens Schierenbeck/dpa/gms
Zur Wohlfühl-Atmospähre können auch tierische Kollegen beitragen. Erlaubt ist es nicht immer. Einfach mal beim Chef nachfragen. Vielleicht ist so ein Büro-Hund ja sogar willkommen.© Foto: dpa/obs/R+V-Infocenter
Schokolade knabbern ist ein Glücksbringer für alle Lebenslagen - auch im Arbeits-Alltag.© Foto: dpa
Niemand muss im Dunkeln hocken. Mit vielen Lampen und Fenstern geht einem häufiger mal ein Licht auf. Pflanzen sorgen für ausreichend Sauerstoff. Und inmitten einer grünen Oase fühlt man sich einfach wohler.© Foto: dpa/Fördergemeinschaft Gutes Licht/dpa/gms
Schon traurig, wenn man seine Mittagspause in stiller Einsamkeit verbringen muss. Auch die Kollegen freuen sich bestimmt über Gesellschaft.© Foto: dpa
Dieser kleine Büro-Helfer sorgt für Ordnung und zaubert einem hin und wieder ein Lächeln ins Gesicht. Kleine Accessoires machen die Arbeit leichter.© Foto: Philippi Design/dpa/gms
Vielleicht sollten wir uns mal ein Beispiel an den Asiaten nehmen. Die haben kleine Schlaf-Päuschen fest in ihren Arbeits-Alltag integriert.© Foto: dpa
Ein Kaffeepäuschen entspannt, und ein kurzer Plausch mit den Kollegen ist bestimmt mit drin.© Foto: dpa
Und wenn Sie sich ein paar von diesen Tipps für den Arbeits-Alltag zu Herzen nehmen, dann läuft die Sache schon.© Foto: dpa
Die Arbeitnehmer konnten ihre Zufriedenheit auf einer Skala von 1 («ganz und gar unzufrieden») bis 10 («ganz und gar zufrieden») angeben. Während die Befragten diese 1984 im Schnitt noch mit 7,6 bewerteten, sank die Note bis zum Jahr 2009 auf den Wert 6,8. Ein «konkreter Zusammenhang» mit der Weltwirtschaftskrise im selben Jahr sei aber nicht zu erkennen, sagte Forscher Friedrich Scheller am Dienstag (2.8.): «Das ist ein langfristiger Trend.»Über 50-Jährige sind am unzufriedensten in ihrem Job  

Am stärksten gewachsen ist die Unzufriedenheit den Forschern zufolge bei den Berufstätigen über 50 Jahre. Sie waren 1984 mit einem Durchschnittswert von 7,9 noch die zufriedensten Arbeitnehmer. 2009 gehörten sie mit einem Wert von 6,6 zu denen, die am wenigsten Spaß im Job haben. Die Unterschiede zwischen Ost und West hätten sich hingegen angeglichen, sagen die Wissenschaftler. Zuvor seien ostdeutsche Arbeitnehmer lange Zeit viel unzufriedener gewesen.Bildung macht glücklich!

Die Auswertung liefert auch Hinweise darauf, dass Bildung glücklich macht: «Generell sind Personen höherer Bildung mit ihrer Arbeitssituation glücklicher als Erwerbstätige mit niedrigen Bildungsabschlüssen», hieß es in einer Mitteilung. Wie groß der Betrieb ist, indem jemand arbeitet, hat nach Einschätzung der Forscher nicht zwingend Einfluss auf seine Einstellung zum Job.Die Ursachen für die steigende Unzufriedenheit sehen die Wissenschaftler der Uni Duisburg-Essen in größerem Stress und geringen Lohnsteigerungen. Aber auch Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und berufliche Zukunftsängste spielten eine Rolle. Unglückliche Arbeitnehmer könnten «für Unternehmen langfristig fatal sein», warnte Forscher Marcel Erlinghagen.Von allen Europäern jammern die Deutschen am meisten  

Die Wissenschaftler werteten auch Daten aus dem unter anderem von der Europäischen Kommission finanzierten European Social Survey aus dem Jahr 2006 aus, für den Bürger aus 25 Ländern interviewt wurden. Das Ergebnis: Die Deutschen jammern mehr über ihre Arbeitssituation als die meisten Europäer. Von 22 Ländern, aus denen Daten zur Arbeitszufriedenheit in die Auswertung der Duisburger Forscher einflossen, landete Deutschland auf Platz 18. Nur Arbeitnehmer aus der Slowakei, Ukraine, Bulgarien und Russland zeigten sich noch unzufriedener. Am glücklichsten im Job waren die Menschen der Studie zufolge in Dänemark und der Schweiz.

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