Deutschland trauert um die Opfer von Flug 4U9252

Germanwings-Absturz

Es wird gewiss kein leichter Gang für die Angehörigen: Im Kölner Dom findet am Freitag die nationale Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes statt. Bundespräsident Gauck und Kardinal Woelki müssen die richtigen Worte finden.

KÖLN

16.04.2015, 15:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Flagge mit einem Kreuz und Trauerflor weht am Donnerstag vor dem Dom in Köln. Am Freitag findet hier die Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes statt.

Eine Flagge mit einem Kreuz und Trauerflor weht am Donnerstag vor dem Dom in Köln. Am Freitag findet hier die Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes statt.

Gut drei Wochen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine gedenkt Deutschland der Opfer an diesem Freitag im Kölner Dom. Etwa 500 Angehörige werden zu einem Trauergottesdienst und einem staatlichen Trauerakt erwartet. Den Gottesdienst leiten der Kölner Kardinal Rainer Woelki und die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus. Für die Redner dürfte es nicht leicht werden, die richtigen Worte zu finden. Woelki hat bereits gesagt, für Christen werfe die Katastrophe die Frage auf, „warum ein allmächtiger und liebender Gott so ein Unglück zulassen kann“.

Bei dem Absturz in den französischen Alpen waren am 24. März 150 Menschen ums Leben gekommen, darunter 16 Schüler und zwei Lehrerinnen aus Haltern. Der Copilot hatte die Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf offenbar absichtlich abstürzen lassen.

Helfer kommen zur Trauerfeier

Außer Woelki spricht unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck. Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt ebenfalls an der Trauerfeier teil. Frankreich wird vertreten von Staatsminister Alain Vidalies, Spanien von Innenminister Jorge Fernández Díaz. Erwartet werden außerdem etwa 50 Helfer aus Deutschland und Frankreich, die am Absturzort im Einsatz waren.

Die Trauerfeier soll den Hinterbliebenen zeigen, dass sie in ihrem Schmerz nicht allein stehen, sondern dass viele Menschen mit ihnen fühlen. Die Erinnerung daran könne die Angehörigen noch lange stützen, sagte der Sozialpsychologe Immo Fritsche in einem Interview. „Man erinnert sich daran, wie andere reagiert haben, dass sie den schwerwiegenden Verlust anerkannt haben, dass sie deutlich gemacht haben: Hier sind wertvolle Mitglieder der Gemeinschaft von uns gegangen.“ 

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Auch Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, die Trauerfeier vor Ort mitzuerleben. So wird das Geschehen auf Großbildschirmen übertragen. 250 Plätze im Dom sind für Bürger reserviert. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Kerzen und Blumen niederzulegen. Die ARD und auch andere Sender übertragen die Trauerfeier von 11.45 bis 13.30 Uhr live im Fernsehen.

von dpa