Die Basis entscheidet

SPD-Ortverein Grumme

185 Seiten schwer liegt er auf dem Tisch: Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wird kritisch beäugt von den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Grumme. Auch auf sie kommt es an, wenn die Parteibasis Anfang Dezember über die künftige Regierung abstimmen soll.

BOCHUM

, 01.12.2013, 19:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Was die Abstimmung angeht, fühlen wir uns als Genossen endlich mal mitgenommen“, sagt Hans Bösicke. Der 63-Jährige ist einer der Wortführer in der 14-köpfigen Runde. Ein Mal im Monat trifft sich die Gruppe in der Gaststätte Waterkuhle, um über politische Themen zu debattieren. Wer denn für eine Große Koalition sei, wird gefragt. Nur einer meldet sich.„Keine Neuwahlen“ Für Michael Zeh (42) machen Neuwahlen keinen Sinn. „Mit wem will die SPD denn antreten?“ Dass eine Neuansetzung der Wahl zugunsten von FDP oder AfD ausgehen würde, darüber herrscht in der Gruppe Konsens. „Bei diesem Wahlergebnis kann ich keine 100 Prozent meiner Forderungen durchbringen“, fährt Zeh fort. Während der Sitzung wird er vom Vorsitzenden Dirk Eckardt für seine 25-jährige Parteizugehörigkeit ausgezeichnet. Anschließend gibt er zu, am Wahlabend im September seine Kündigung unterschrieben zu haben. Doch bis heute hat er sie nicht abgeschickt. „Und das habe ich auch nicht vor. Ich hoffe, dass noch einmal 25 Jahre dazu kommen.“Mindestlohn Robert Zore findet, dass den Sozialdemokraten mit dem Mindestlohn ein Erfolg geglückt ist. Der 47-Jährige kritisiert das aktuelle Lohnniveau, das in manchen Branchen unter einem Stundenlohn von fünf Euro liegt. „Vielleicht wirst du ja enttäuscht“, entgegnet ihm ein Genosse. Ja, aber mit der Einstellung könne er „ja alles in den Müll schmeißen“, erwidert Zore. Karl-Heinz Meier sieht die Sache mit dem Mindestlohn etwas anders. Seiner Meinung nach haben die Gewerkschaften in vielen Bereichen bereits ohne ein solches Gesetz gute Arbeit geleistet.Skeptische Mitglieder Auch der 185-seitigen Absichtserklärung der angehenden Regierung steht er skeptisch gegenüber. „Der Koalitionsvertrag hat sozialdemokratische Nuancen. Aber da fehlt doch was“, sagt der 62-Jährige. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Große Koalition. Man muss sehen, ob das zur Gesellschaft passt.“ Wie sich die Basis entschieden hat, wird der 15. Dezember zeigen. Dann möchte die Parteispitze das Ergebnis vorstellen.

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