Die Bochumer Symphoniker irrten durch die Wüste

Familienkonzert

Eine Reise in die Märchenwelt unternahmen am Sonntag die Bochumer Symphoniker. Das Familienkonzert in den Kammerspielen drehte sich um "Ali Baba und die 40 Streicher".

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 23.05.2011 / Lesedauer: 2 min
Die Bochumer Symphoniker irrten durch die Wüste

Märchenerzähler Jörg Schade mit den Bochumer Symphonikern.

Die Bochumer Symphoniker unternahmen am Sonntag eine abenteuerliche Reise in die Märchenwelt aus tausendundeiner Nacht. Zum Familienkonzert nahm neben dem klassischen Streichorchester der Schauspieler Jörg Schade Platz. Im Gewand des orientalischen Märchenerzählers, einen Turban auf dem Kopf, auf dem Schoß einen dicken Wälzer. So entfaltete er die spannende und immer wieder sehr komische Geschichte des Hoforchesters, das von der neuen Frau des Großwesirs vertrieben wird. Sie möchte lieber ein Blasorchester. Und zwei Klangkörper, die kann sich selbst der reiche Großwesir nicht leisten. Die Streicher um Ali Baba und den tollpatschigen Schlagzeuger Jossi bekommen jedoch eine Chance: Wenn sie einen fliegenden Teppich für Suleika finden, dürfen sie zurückkehren.

Der Verlauf der Reise wird in den Kammerspielen immer wieder musikalisch illustriert: Andreas N. Tarkmann kleidet in seinen Kompositionen europäische Klassik in ein orientalisches Gewand. Zweimal bekommt Mozart das Wort („Die Entführung aus dem Serail“), einmal Johann Strauss jr. Der Räuberhauptmann nämlich, dem das Orchester in der Wüste begegnet, hat in Wien studiert und wünscht sich einen Walzer. Die anregende Programmmusik und der bilderreiche Text gehen zusammen eine stimmungsvolle Liaison ein und hinterlassen jubelnde Besucher. Die alle mit dem abschließenden Ohrwurm auf den Lippen nach Hause gehen und diesem Satz von Ali Baba im Kopf: „In Musik ist Geld immer gut angelegt.“