Die Bombe ist entschärft

Evakuierung in Weitmar

Die eigentlich für 11 Uhr geplante Entschärfung der beiden Bomben in Weitmar ist jetzt endlich gelaufen. Immer wieder hatte es Verzögerungen gegeben. Zuletzt stand kurz vor vier noch ein Fußgänger von dem Sprengteam des Kampfmittelräumdienstes und fragte interessiert: Was machen Sie denn hier?

BOCHUM

von Von Stefanie Platthaus

, 11.04.2012, 10:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Feuerwehr musste den Radius für die Evakuierung größer ziehen.

Die Feuerwehr musste den Radius für die Evakuierung größer ziehen.

 

13 Uhr: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten sich bereits wieder am Sammelpunkt getroffen. Die Häuser waren vollständig leer. Doch dann müssten die 50 Mann nochmals durch die Straßen ziehen. Denn die ersten Anwohner, die bereits heute Morgen vorsorglich ihr Haus verlassen hatten, kehren auf einmal zurück. Sie hatten sich auf die ursprüngliche Meldung verlassen, die Entschärfung soll um 11 Uhr vollendet sein.

Das hat sich jedoch verzögert. Denn neben einer leichter zu entschärfenden Bombe wurde eine zweite gefunden, die über einen Säurelangzeitzünder verfügt. "Diese Bombe ist gefährlicher einzustufen und sehr viel schwieriger zu entschärfen", so Feuerwehrsprecher Simon Heußen. Das braucht mehr Vorbereitungszeit, die Entschärfung verschiebt sich. Um 15.45 Uhr konnte das Sprengteam des Kampfmittelräumdienstes mit der Entschärfung beginnen. Kurz nach 16 Uhr dann Entwarnung: Die Bombe ist sicher.Der Radius der zu evakuierenden Häuser muss zudem von 150 Meter auf mindestens 350 Meter erweitert werden. An einigen Stellen wird der Radius auf 500 Meter ausgedehnt. 250 Menschen müssen evakuiert werden. 16 ältere Personen wurden in Altenheimen untergebracht, eine bettlägerige Frau kam ins Krankenhaus. Zudem muss um den Fundort der Bombe mit Wassertanks und Torfballen ein Schutzwall errichtet werden. "So einen Aufwand hab ich in 35 Jahren bei der Feuerwehr nicht erlebt", sagt einer der Einsatzkräfte.  Je zehn Tanks mit 1000 Litern Wasser werden als Schutz aufgeschichtet. Die Polizei hat die Wasserbehälter aus Stahlhausen nach Weitmar eskortiert. Beim Rückwärts-Einparken rammte der LKW-Fahrer gleich noch ein Polizeimotorrad. Ein Polizist wurde verletzt. Er wurde sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht. Mit der Entschärfung der Bomben ist nicht vor 15 Uhr zu rechnen. Die Häuser werden derzeit weiter geräumt.

Darunter auch der Laden von Friseur Joachim Furmaniak an der Hattinger Straße 443. "Ich nehme jetzt meine Kunden mit nach Hause und wasche ihnen dort die Farbe aus den Haaren", sagt er. So war es auch bei der letzten Bomben-Evakuierung in Weitmar. Furmaniak hat damit Erfahrung. Pikant: Eine Kundin die bereits im vergangenen Jahr ans heimische Waschbecken des Friseurs musste, hat auch heute wieder einen Termin.

  • Hattingerstraße Hausnummern 386 bis 406 und 407 bis 453
  • Wasserstraße Hausnummer 490 bis 494 und 507 bis 515
  • Schloßstraße 94 bis102
  • Clevinghausstraße eins bis zehn
  • Nevelstraße 29c bis 41 und eins bis fünf
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