Die ersten Algen eingesetzt

Phoenix-See

Armleuchteralge gegen Wasserpest. Im Kampf um die Wasserqualität verschafft die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft der guten Alge einen Vorsprung. Am Donnerstag wurden die ersten Exemplare der filigranen Wasserpflanze in den Hörder See eingesetzt.

HÖRDE

von Von Gaby Kolle

, 20.08.2010, 05:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kanada-Gänse haben den Phoenix-See für sich entdeckt, stehen aber vor der Vertreibung.

Kanada-Gänse haben den Phoenix-See für sich entdeckt, stehen aber vor der Vertreibung.

Van de Weyers Team setzte gestern die Algen, die morgens in 50 5-Liter-Eimern aus dem Duisburger Innenhafen geerntet wurden, in das schon gut ein Meter tiefe Seewasser. Zunächst pflanzen die Taucher einen langen Streifen über die Seemitte und füllen ihn in den nächsten vier Wochen Richtung Ufer auf. Nächstes Jahr wird der Seeboden zusätzlich mit so genannten Oossporen, einer Art Samen der Wasserpflanze, geimpft, Sie werden aus einem Waldsee in Wesel entnommen. So vermehrt sich die Armleuchteralge noch schneller, produziert Sauerstoff, nimmt Nährstoffe auf und baut den Phosphatgehalt im Wasser ab. Zudem ermöglicht sie mit maximal einem Meter Länge Wassersport auf dem See – im Gegensatz zur längeren und gefürchteten Wasserpest, die schon Stillgewässer in der Umgebung umkippen ließ. Die Wasserpest werde auf jeden Fall kommen, aber nicht mehr so viel Platz im Phoenix-See finden, so van de Weyer. Vor allem Vögel schleppen die Wasserpest ein.

Und die kommen bereits in Schwärmen über den See geflogen. Nachmittags Kanada-Gänse, abends Graugänse. „Das ist das, was ich gar nicht wollte“, seufzt Heinz Hueppe, Geschäftsführer der Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft. Deshalb sei es höchste Zeit für die Algen-Pflanzung. Da sämtliche größeren Gewässer in Dortmund von Jägern mit Hunden geschützt würden, komme das von dort vertriebene Federtier nun zum Phoenix-See und zupfe möglicherweise die Algen sogar wieder raus. Deshalb, so Hueppe, denke man daran, ebenfalls Jäger mit Hunden einzusetzen. Im nächsten Februar bekommen die Algen Verstärkung: Dann geht auch die Phosphat-Eliminierungsanlage in Betrieb.