Die Festspiele beginnen

Es geht wieder los: Die großen Festivals bieten von Flensburg bis zum Bodensee, in Österreich und Italien ein buntes Programm: glamourös in Salzburg, familiär in Bayreuth, unkonventionell in Schleswig-Holstein und spektakulär in Bregenz.

BAYREUTH/SALZBURG

, 19.07.2016, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Festspiele beginnen

Die großen Festivals feiern Mozart, Wagner und Haydn, begeistern mit Stars wie Cecilia Bartoli, spektakulären Bühnenbildern oder Musik an ungewöhnlichen Orten.

Wie immer am 25. Juli werden die Bayreuther Festspiele eröffnet. In diesem Jahr mit dem "Parsifal" in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg. Und mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

Laufenberg hat erneut versucht, Gerüchte um eine islamkritische Inszenierung zu entkräften. Es gehe "um kriegerische Umstände in Krisengebieten der Welt", sagte er gestern dem Nordbayerischen Kurier und bestätigte, dass auf der Bühne der Innenraum einer Kirche zu sehen ist. "Mein Bühnenbauer und ich haben uns gefragt, wie wir uns eine Kirche in einer gefährlichen Umgebung vorstellen", sagt der Regisseur.

Absagen sind in Bayreuth an der Tagesordnung

Nachdem Andris Nelsons das Dirigat niedergelegt hat, steht nun Hartmut Haenchen am Pult. Ursprünglich war Skandalregisseur Jonathan Meese für den "Parsifal" geplant, 2014 wurde sein Vertrag gekündigt.

Absagen sind mit der jüngeren Festspiel-Geschichte untrennbar verbunden: 1999 zog Willy Decker als Regisseur des "Lohengrin" zurück. Fünf Jahre später löste Regisseur Martin Kusej kurzfristig seinen "Parsifal"-Vertrag auf. Und 2006 gab Lars von Trier sein Konzept vom "Ring", an dem er zwei Jahre gearbeitet hatte, auf. Tankred Dorst übernahm. Sieben Jahre später gab es beim nächsten "Ring" Differenzen mit Wim Wenders, den dann Frank Castorf als Regisseur ersetzte.

Eröffnungspremiere ist im Kino zu sehen

Hans Sotin (Gurnemanz) verließ zwei Tage vor der Premiere im Jahr 2000 den grünen Hügel im Zorn. Im selben Jahr ging auch Waltraud Meier nach einem Streit über den Probenplan. Evgeny Nikitin wurde 2012 als "Holländer" gechasst, nachdem bekannt wurde, dass er ein Hakenkreuz-Tattoo trägt.

Und Anja Kampe, Partnerin von Dirigent Kirill Petrenko, zog als Isolde 2015 zurück - über die Gründe wurde heftig spekuliert, aber der neue Musikdirektor Christian Thielemann engagierte mit Evelyn Herlitzius schnell eine neue Isolde.

Wer nicht eine der weltweit heiß begehrten 60000 Karten bekommen hat, kann die Eröffnungspremiere am 25.7. live in einigen Cinestar-Kinos sehen. NRW ist mit einem Dirigenten (Axel Kober im "Fliegenden Holländer") und fünf Sängern bei den Festspielen (bis 28.8.) gut vertreten.

Cecila Bartoli singt die Maria in Salzburg

Glamouröser geht es bei den  Salzburger Festspielen  zu, die Freitag beginnen. Höhepunkte sind bis 31. August Bernsteins Musical "West Side Story" mit Cecilia Bartoli als Maria (ab 20.8.), Puccinis "Manon Lescaut" mit Anna Netrebko (ab 1.8.), Gounods "Faust" in der Inszenierung von Reinhard von der Thannen (ab 10.8.) und der Mozart-Opern-Zyklus von Regisseur Sven-Eric Bechtolf. Einige Produktionen sind auf 3Sat oder Arte zu sehen.

Bregenz zeigt "Turandot"

70-jähriges Bestehen feiern die beliebten und für ihre spektakulären Bühnenbilder bekannten Bregenzer Festspiele, die morgen beginnen. Auf der Seebühne steht bis zum 21. August noch einmal Puccinis Oper "Turandot" auf dem Programm.

Verdi in Verona

Wer noch etwas weiter reisen möchte, kann in der  Arena di Verona  bis 28. August "Aida", "Traviata", Turandot" und "Troubadour" von Verdi und "Carmen" von Bizet erleben.

Musik in der Scheune in Schleswig-Holstein

Gut mit dem Ostsee-Urlaub verbinden kann man das Schleswig-Holstein-Musikfestival, das bis 28.August auch Konzerte in Scheunen bietet. Porträtkünstler ist Pianist András Schiff, und in mehr als 100 der 178 Konzerte widmen sich die Künstler Schwerpunktkomponist Haydn.