Die größte Demonstration

07.06.2019, 17:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

Castrop-Rauxel. Heute vor 70 Jahren war in Habinghorst einiges los. Bis zu 20.000 Menschen demonstrierten auf dem Marktplatz und beim Protestmarsch. Damit ist es die größte Demonstration, die es in Castrop-Rauxel je gegeben hat. Mit den Protesten wollten die Bürger Arbeitsplätze für ihre Mitbürger retten. Denn rund 400 Arbeiter von der Fischer-Tropsch-Anlage der Gewerkschaft Victoria in Ickern drohten ihre Arbeit zu verlieren. Mit den Familien der Arbeiter war so die Existenzgrundlage von 1500 Einwohnern in Gefahr.

Grund hierfür waren die Entscheidungen der Siegermächte nach dem Krieg. Viele Industriezweige sollten eingeschränkt oder verboten werden. Darunter auch die Produktion von synthetischem Benzin und Öl, wie in Ickern.

Als Menschen zu der großen Anlage kamen, um sie teilweise abzubauen, schlossen sich die Arbeiter zu einer Menschenkette zusammen und zwangen die anderen Menschen so dazu, dass sie wieder umkehren mussten. Der Erfolg hatte aber nur bis zum 13. Juni Bestand. Dann drohten die Briten damit, dass erneuter Widerstand zur Stilllegung des gesamten Werks führen würde. Deswegen wurden die Abbauarbeiten zugelassen.

Patrick Radtke