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"Die Große" zeigt Las Vegas im Lichterglanz

Museum Kunstpalast

"Die Große" nennt sich diese Ausstellung salopp. Auch der Superlativ stünde ihr mit Fug und Recht zu. Denn die große Kunstausstellung NRW im Museum Kunstpalast in Düsseldorf ist tatsächlich die größte von Künstlern für Künstler organisierte deutsche Übersichtsschau.

DÜSSELDORF

, 24.02.2016 / Lesedauer: 3 min
"Die Große" zeigt Las Vegas im Lichterglanz

Leider nur mit einer Talentprobe auf der „Großen“ vertreten: Der in Dortmund und Berlin arbeitende gebürtige Moskauer Yury Kharchenko zeigt sein „House of red heart I“.

Als Spiegelbild der NRW-Kunstszene taugt sie freilich nicht mal im Entferntesten. Das Rheinland, zumal Düsseldorf, dominiert. Künstler aus der Ruhrregion sind rar. Vier aus Dortmund, ebenso viele aus Duisburg und je einer aus Recklinghausen, Bochum, Essen und Hattingen - das ist bei 126 Teilnehmern eine verschwindend kleine Minorität, Obendrein drei Künstler aus Münster unterstreichen auch nicht gerade den Stellenwert Westfalens.

Preis für Benjamin Katz

Bei 650 Bewerbungen musste die Jury kräftig sieben. Zu den Juroren zählten die Direktoren des Osthaus-Museums Hagen und der Kunsthalle Düsseldorf, Taifun Belgin und Gregor Jansen. Der Überblick mit weit über 400 Arbeiten profitiert davon. Das Niveau liegt weit über den Jahressschauen lokaler Künstlergruppen. Dennoch bleiben Entdeckungen die Ausnahme.

Zu ihnen zählt der an der Kunstakademie Münster ausgebildete 31-jährige Förderpreisträger Andrej Wilhelms mit seinen Farborgien, die banale, alltägliche Gegenstände sinnlich in ein abstraktes, mit lockerer Geste gemaltes flächiges Umfeld einbetten. Ihm ist ein komplettes Kabinett gewidmet.

Katz hat alle abgelichtet

Der Kunstpreis der Künstler ging an den 76-jährigen Fotografen Benjamin Katz, der nach langjähriger Galeristentätigkeit erst 1976 zu seinem Metier fand. Er hat alle abgelichtet: den entspannt hingestreckten Günther Uecker im Zugabteil auf der Fahrt zur Ausstellung in München, den erschöpften Josef Beuys auf der documenta, den blutjungen Markus Lüpertz oder den im Atelier ausgelassen herumtollenden Gerhard Richter.

Malerei dominiert hier, gefolgt von Fotografie und wenigen Installationen und Objekten. Grafik und Videokunst folgen weit abgeschlagen. Zu den faszinierendsten Arbeiten zählen zwei großformatige Aquarelle von Thomas Schiela auf Leinwand nach nächtlichen Aufnahmen des Lichterglanzes von Las Vegas aus der Vogelperspektive.

"Die Große" als Verkaufsschau

Sie sind mit 48 000, wohlgemerkt pro Stück, auch die teuersten. "Die Große" ist halt auch eine Verkaufsschau für Käufer, die an Galerien vorbei Kunst erwerben wollen. Zu den Entdeckungen zählt zweifellos auch der in Dortmund und Berlin arbeitende gebürtige Moskauer Yury Kharchenko, Jahrgang 1986, mit seinem farbenfreudigen verschwimmenden "House of red heart I" vor floralem Hintergrund.Bernd Aulich

Museum Kunstpalast Düsseldorf: "Die Große", bis 15.3., Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr, Ehrenhof 4-5.