Die Kassierer reichen Bewerbungslied ein

Eurovision Song Contest

Durchaus ernst meinen es die Kassierer mit diesem Eurovision Song Contest. Die Wattenscheider Band hat in dieser Woche ihre Bewerbung offiziell beim NDR eingereicht - und dafür kurzerhand einen Song aufgenommen. Wie es jetzt weitergeht, weiß die Band noch nicht. Der NDR allerdings genauso wenig. Klar ist nur: Xavier Naidoo ist nicht dabei.

Bochum

, 17.12.2015, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kassierer reichen Bewerbungslied ein

Das Banner, mit dem "Die Kassierer" beim ESC antreten wollen.

Die erste Mail mit seiner Bewerbung für die Teilnahme an dem internationalen Gesangswettbewerb hat Wolfgang Wendland, besser bekannt als Wölfi von den Kassierern, Ende November an den Norddeutschen Rundfunk geschickt. Am 12. Dezember kam die Antwort aus Hamburg: Bitte reichen Sie bis zum 17. Dezember Ihre offizielle Bewerbung ein - samt Demo-Version des Liedes, mit dem sich die Band bewerben möchte. 

"Da waren die letzten Tage dann doch ein bisschen stressig", erzählt Wölfi. Eine grobe Idee von dem Song hatte er zwar schon länger im Kopf, aber jetzt musste die Band innerhalb von fünf Tagen dann doch eine richtige Demoversion zusammenstricken. Herausgekommen ist das Lied "Wer merkt das schon", mit dem die Kassierer für Deutschland beim ESC antreten wollen. 

Vorauswahl im Januar 

Wer merkt das schon, dass Wölfi den Gesang in seiner Küche aufgenommen hat? Vermutlich keiner. Beim NDR werden die Kassierer jedenfalls behandelt, wie jeder andere Bewerber auch. Ob seine Bewerbung eingegangen ist, konnte man ihm allerdings nicht bestätigen. Auf Anfrage sagte eine NDR-Sprecherin immerhin, dass "ein Wolfgang Wendland eine Bewerbung eingereicht hat". 

Mit wie vielen Konkurrenten es die Kassierer aufnehmen müssen, konnte man beim NDR nicht sagen. Nur so viel: "Es sind sehr viele Bewerbungen eingegangen." Im Januar wird Thomas Schreiber, Programmleiter beim NDR, wohl zusammen mit einem Team eine Vorauswahl treffen. Wie es dann mit den Bewerbern weitergeht, steht allerdings noch gar nicht fest. 

Das Fiasko um die Teilnahme von Xavier Naidoo hatte vor einigen Wochen einige Unruhe in den NDR gebracht. Zunächst hatte die Rundfunkanstalt verkündet, Naidoo werde 2016 für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Stockholm antreten. Nach heftigen Protesten, vor allem im Netz, gegen die Teilnahme Naidoos zog der Programmdirektor seine Entscheidung zurück.

Das wiederum entzürnte ebenfalls viele Menschen in Deutschland. Eine Debatte um Naidoos Person, vor allem um seine politische Haltung, und um die Entscheidungen im NDR entbrannte. 

Dabei war es gerade die Personalie Naidoo, die Wölfi und seine Kollegen überhaupt erst auf den Plan brachte. "Über den Umstand, dass Xavier Naidoo einfach als Teilnehmer bestimmt wurde, habe ich mich schon etwas geärgert", sagt Wölfi. "Wenn er gewählt wird, okay. Aber ihn einfach zu bestimmen, das kam mir dann doch etwas bevormundend vor." 

Größere Chancen nach Naidoo-Absage

Dass er jetzt gar nicht erst gegen Naidoo antreten wird, weil der NDR dessen Teilnahme zurückgezogen hat, findet der Kassierer-Sänger gar nicht schlimm: "Dadurch steigen doch nur unsere Chancen, tatsächlich zu gewinnen."

Man mag es kaum glauben, aber die Kassierer nehmen ihre Bewerbung wirklich ernst. Der Song ist nicht länger als drei Minuten, nicht mehr als sechs Mann werden auf der Bühne stehen. "Damit werden wir die wichtigsten Kriterien wohl einhalten. Das mit den sechs Leuten ist denen wohl wirklich sehr wichtig."

Auftritt mit nacktem Bierbauch

Gedanken um eine mögliche Performance auf der Stockholmer ESC-Bühne hat sich Wölfi noch nicht gemacht. Der Wattenscheider, der durchaus für seine Auftritte mit nacktem Oberkörper und ausladendem Bierbauch bekannt ist, wolle jedenfalls niemanden verschrecken. "Also ich werde angezogen sein, denke ich. Vielleicht verschreckt aber gerade das die Leute. Ich weiß es noch nicht." 

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich der Kassierer-Sänger in bürgerliche Gefilde stürzt: Bei der Kommunalwahl im September 2015 trat er zur Oberbürgermeisterwahl in Bochum an und erhielt knapp 8 Prozent der Stimmen. Auch bei diesen Auftritten war er übrigens vorwiegend angezogen. Er kann das also.