Die Kraniche bringen die Zuversicht

Schau in der Erphokirche

Wir haben ihn alle in uns. Den Zweifel. Das gilt für gläubige Menschen ebenso wie für den nicht gläubigen. Und doch trägt eines der imposantesten Kunstwerke, die ab Sonntag in der Ausstellung mit dem Titel „Zweifel“ in der Erphokirche zu sehen sind, den Titel „Zuversicht – 1111 Kraniche für den Frieden“.

Münster

von Burkard Knöpker

, 07.03.2014, 19:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ortrud Harhues am Kranich-Kunstwerk.

Ortrud Harhues am Kranich-Kunstwerk.

Insgesamt 57 Künstler und kunstinteressierte Laien haben sich mit dem Zweifel auseinander gesetzt, gemalt, geschnitzt, modelliert, installiert. Viele Kunstwerke strahlen solchen Optimismus aus wie die Kraniche. Sie zeigen: „Du bist nicht allein.“ Ben Dixen hat einen Holzscheit ausgehöhlt und ihn mit einem kleineren Holzstück gefüllt. „Lasst uns den Zweifel begraben“, nennt er sein Kunstwerk. Freilich ist das ein frommer Wunsch, der Zweifel bleibt, ja mehr noch, er ist unerlässlich. Und wo sitzt er? Im Hirn? Im Herzen? Uta Göbel-Groß hat die Zweifel-Anatomie mit Acryl und Tusche in Szene gesetzt. Ein verzerrtes, gequältes Gesicht blickt von der Leinwand herunter, von Selbstzweifeln zerfressen, mit starker oranger Farbe gefasst.

Drastische Fotos zeigt Werner Biedermann: geschlachtete Schweine, blutend, mit riesiger Säge zerteilt, in Kreuzform angebracht: „Machet Euch die Erde untertan.“ Ist das richtig?, fragt der Zweifler. Dann: „Täter und Opfer“ von Rainer Rieß. Er hat einen SS-Mann gemalt, der versucht hatte, aus dem KZ in zivil zu fliehen, aber von Häftlingen erkannt und geschlagen wurde. Wer ist Täter, wer Opfer? Ein spannender Rundgang.

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