Die Kubbs und der König: So funktioniert Wikinger-Schach

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Im Sommer 2020 lässt sich die freie Zeit doch am besten im eigenen Garten verbringen. Oder im Park. Ein passender Zeitvertreib für den Deutschland-Urlaub in diesem Jahr: Wikinger-Schach.

Bergkamen

, 17.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Inzwischen schon 30 Jahre alt, und trotzdem ist Kubb – in Deutschland auch Wikinger-Schach genannt – noch weitestgehend unbekannt. Wikinger-Schach ist ein Präzisions-Spiel, das in seiner heutigen Form seinen Ursprung um 1990 in Schweden hat. Seit Mitte der 90er Jahre werden in Schweden sogar inoffizielle Weltmeisterschaften ausgetragen. In Berlin steigen seit 2011 jährlich die inoffiziellen Europameisterschaften im Wikinger-Schach.

Das Spiel hat durch das Werfen von Wurfhölzern auf kleinere Holzklötze Ähnlichkeit zum Trink-Spiel Flunkyball, bei dem es darum geht, eine Flasche umzuwerfen und anschließend ein Bier auf Ex zu trinken. Nur ist Wikinger-Schach definitiv kinderfreundlicher, versprochen! Geext werden muss hier gar nichts. Es geht lediglich darum, gut zu zielen. Hier gibt’s eine Anleitung zum Spiel.

Die Materialien:

Das Spiel besteht insgesamt aus 21 Hartholz-Teilen: jeweils fünf Kubbs pro Team – auch Bauern genannt –, sechs Wurfhölzern, einem König und vier Feldbegrenzungs-Pfeilern.

Das Set des Spiels besteht aus 21 Teilen: Vorne liegen die sechs Wurfhölzer und die Begrenzungs-Pfeiler. hinten stehen die Kubbs und mittig der König.

Das Set des Spiels besteht aus 21 Teilen: Vorne liegen die sechs Wurfhölzer und die Begrenzungs-Pfeiler. hinten stehen die Kubbs und mittig der König. © Mark Leuschner

Beim Wikinger-Schach geht es darum, die fünf Kubbs des gegnerischen Teams sowie den König mithilfe der Wurfhölzer umzuwerfen. Die Kubbs sind 15 Zentimeter hohe, quaderförmige Klötze, die auf den Grundlinien des Spielfeldes mit etwa einem Meter Abstand zueinander aufgestellt werden. Der König ist ein größerer Holzklotz mit einer Krone. Er ist etwa 30 Zentimeter hoch.

Das Spielfeld:

Das Spielfeld, das mit den Begrenzungs-Pfeilern abgesteckt wird, hat folgende Maße: Die kürzere Grundlinie ist 5 Meter breit, die Länge beträgt acht Meter. Der König steht in der Mitte und teilt das Spielfeld so in zwei Hälften. Um den Schwierigkeitsgrad zu variieren, kann die Spielfeld-Länge auch angepasst werden.

Die fünf Basis-Kubbs stehen in einer Reihe jeweils auf den Grundlinien des Spielfeldes zwischen den Begrenzungs-Pfeilern, die im Boden stecken.

Die fünf Basis-Kubbs stehen in einer Reihe jeweils auf den Grundlinien des Spielfeldes zwischen den Begrenzungs-Pfeilern, die im Boden stecken. © Mark Leuschner

Gespielt werden kann auf verschiedenen Untergründen. Empfehlenswert ist jedoch eine Wiese, um die Holzmaterialien nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Auch Sand eignet sich hervorragend. Wikinger-Schach ist also auch optimal für den Strand geeignet.

Die Spielregeln:

Das Ziel des Spiels ist simpel: Alle gegnerischen Kubbs müssen mit den Wurfhölzern umgeworfen werden. Danach gilt es den König umzuwerfen. Damit ist das Spiel gewonnen. Doch Achtung: Wird der König mitten im Spiel zu Fall gebracht, so gewinnt das gegnerische Team.

Der König fällt: So endet das Spiel.

Der König fällt: So endet das Spiel. © Mark Leuschner

Zu Beginn wird ausgeworfen, welches Team beginnt. Dazu wirft pro Team je ein Mitglied ein Wurfholz in Richtung König, ohne diesen zu Fall zu bringen. Das Team, dessen Wurfholz näher am König liegt, beginnt mit seinen sechs Würfen.

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Gespielt wird Wikinger-Schach mit zwei bis zwölf Personen. Maximal sechs Spieler gibt es pro Team. Team A versucht die sechs Wurfhölzer auf die gegnerischen Kubbs zu werfen und diese zu Fall zu bringen, danach ist das andere Team dran. Wichtig: Geworfen werden darf nur in Längsrichtung und von unten. Der Stab darf nicht rotieren oder horizontal geworfen werden.

Die Wurfhölzer dürfen nur von unten und in Längsrichtung geworfen werden.

Die Wurfhölzer dürfen nur von unten und in Längsrichtung geworfen werden. © Mark Leuschner

Was passiert wenn ein Kubb umfällt?

Nachdem ein oder mehrere Kubbs umgefallen sind, muss das gegnerische Team diese Kubbs in die gegnerische Spielhälfte werfen. Dort werden sie an diesen Stellen aufgestellt. Die Kubbs werden dann zu den sogenannten Feld-Kubbs. Ein Tipp: Es ist sinnvoll diese Kubbs möglichst nah an die Mittellinie zu werfen, damit sie leichter getroffen werden können. Mehrere Feld-Kubbs sollten zudem möglichst nah beieinander stehen, um die Chance zu erhöhen, mehrere Kubbs gleichzeitig zu treffen.

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Die Feld-Kubbs müssen zwingend in der gegnerischen Hälfte landen. Verfehlt das Team die Hälfte oder der Feld-Kubb landet in der eigenen Hälfte, so gilt dies als Fehlwurf und das andere Team darf diesen Feld-Kubb dort in der eigenen Hälfte aufstellen, wo es möchte - um das Ziel für das gegnerische Team möglichst zu erschweren. Jedoch dürfen die Feld-Kubbs aus Fairness-Gründen nur mindestens eine Wurfholz-Länge vom König entfernt platziert werden.

Das Team, dessen Kubbs umgeworfen worden sind, muss zunächst auf die „eigenen“, bereits gefallenen Feld-Kubbs in der gegnerischen Hälfte werfen und diese umstoßen, bevor es die Basis-Kubbs der Gegner auf der Grundlinie umwerfen darf.

Wann darf ein Team vorrücken?

Trifft das Team in einer Runde nicht alle eigenen gefallenen Kubbs, die es in die gegnerische Hälfte geworfen hat, so darf das andere Team in der nächsten Wurf-Runde bis zu dem Kubb in der eigenen Hälfte vorrücken, der dem König am nächsten ist.

Der Werfer darf bis zu dem Feld-Kubb in der eigenen Hälfte vorrücken, der dem König am nächsten liegt. Links im Bild stehen die Basis-Kubbs des Teams auf der Grundlinie.

Der Werfer darf bis zu dem Feld-Kubb in der eigenen Hälfte vorrücken, der dem König am nächsten liegt. Links im Bild stehen die Basis-Kubbs des Teams auf der Grundlinie. © Mark Leuschner

Das Team, das zuerst alle fünf Basis-Kubbs des gegnerischen Teams zu Fall gebracht hat, darf anschließend von der Grundlinie auf den König werfen. Wenn dieser dann fällt, ist das Spiel gewonnen.

Verschiedene Varianten möglich

Gespielt werden kann in allen verschiedenen Varianten: von Eins-gegen-Eins bis Sechs-gegen-Sechs sind alle Konstellationen möglich. Eine Spielrunde dauert - je nach Geschicklichkeit der Spieler - zwischen 5 und 20 Minuten. Wikinger-Schach klingt kompliziert, ist jedoch sehr leicht und ist daher auch schon für Kinder im Grundschulalter geeignet.

Ein Wikinger-Schach-Set gibt es online bereits unter 20 Euro zu kaufen. Versierte Holzbastler können ein Wikinger-Schach-Set aber sicherlich auch selbst herstellen. Na, Lust bekommen? Dann nichts wie los! Viel Spaß beim Spielen.

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