Die Kunstwelt blickt nach Köln

Art Cologne 2015

Die Kunstwelt blickt in diesen Tagen nach Köln. Bei der Art Cologne stellen rund 200 Galerien aus 23 Ländern aus, große Geldbeträge wechseln den Besitzer. Das teuerste Werk bietet allerdings nicht eine Galerie aus einer Weltstadt wie New York oder London an, sondern aus einer deutschen Stadt mit knapp 300.000 Einwohnern.

KÖLN

, 15.04.2015, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kunstwelt blickt nach Köln

Dieses Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner gehört zu den teuersten Arbeiten, die auf der Art Cologne angeboten werden. Es kostet 7,5 Millionen Euro und heißt "Sommernachtstraum".

Zu den vielen Ausstellern aus aller Welt gehört seit Jahren auch die traditionsreiche Galerie Utermann aus Dortmund – mit Werken, die sich zum Teil in Preiskategorien im sechsstelligen Bereich bewegen.

Die teuerste Arbeit der Messe steht allerdings ein paar Waben weiter hinten und wird von einer Galerie aus Bielefeld angeboten. „Sommernachtstraum“ heißt sie – ein solcher wird es für die meisten Messebesucher auch bleiben. „Es kann aber auch sein, dass direkt am ersten Tag jemand kommt, und acht Millionen auf den Tisch legt – das wäre dann der Optimalfall“, sagt Juan-Carlos Peiniger, der für die Bielefelder Galerie Samuelis Baumgarte Kirchners Kunst ausstellt.

Dortmunder Galerist

Auch die Galerie Utermann hat Kirchner im Repertoire, allerdings nicht ganz so teuer. Für 48.000 bis 98.000 Euro sind dessen kleinformatige Bleistift- und Kohlezeichnungen zu haben.

Etwas weniger teuer, dafür aber mindestens genauso interessant, geht es eine Ebene weiter oben zu. Zeitgenössische Kunst wird hier angeboten, viel Fotografie, viele Installationen. Während die Fotos von Otto Muehl nach einer riesigen Schweinerei aussehen, ziehen sie dennoch die Blicke auf sich. Es ist viel nackte Haut zu sehen, Farbe, Essen, ein riesiges Durcheinander – spannend.

Exklusives Parkett

Rund 200 Galerien stellen in diesem Jahr auf der Art Cologne aus, 23 Länder sind vertreten. Ausgewählt wurden sie aus einer achtköpfigen Jury – nicht jede Galerie darf auf dem exklusiven Parkett ausstellen. Die hohe Qualität der Aussteller sei der große Erfolg der Messe, sagt Art-Cologne-Chef Daniel Hug, der die Stärken seiner Messe vor allem in der progressiven Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts sieht.

Progressive Arbeiten

Progressiv, das sind auch die Arbeiten auf der dritten von drei Ebenen, wo 29 junge Galerien ausstellen. Canada aus New York ist eine davon. Sie stellt Werke des 40-jährigen Mad Connors aus. „Es ist eine hybride Kunstform, die auch im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt wird“, sagt die Galeristin über die grell bunten Holzplatten. Sie sind so bunt und grell, wie Vieles auf der Art Cologne.

Die Art Cologne findet ab heute (16.4.) bis Sonntag (19.4) in der Messe Köln (Messeplatz 1) statt. Öffnungszeiten 11 bis 19 Uhr, am Sonntag (19.4.) 11 bis 18 Uhr. Studierende der Kunsthochschulen haben heute (16.4.) freien Eintritt. Tageskarte 25 Euro, ermäßigt 20 Euro. Telefon (0221) 821 3998.