Die Odysee eines hochbegabten Kindes

WITTEN Es klingt wie ein Albtraum: Ein Kind, so hochbegabt, dass es sich in der Schule langweilt und aggressiv wird. Eine Grundschule, die die Eltern drängt, dieses Kind mit Medikamenten zu behandeln. Und hinter dem Rücken der Eltern versucht, das Kind auf einer Sonderschule unterzubringen.

von Von Susanne Linka

, 20.06.2008, 08:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Oft haben hochbegabte Kinder einen unstillbaren Wissensdurst. Die Eltern brauchen Unterstützung durch Förderangebote. Es gibt auch Selbsthilfegruppen.

Oft haben hochbegabte Kinder einen unstillbaren Wissensdurst. Die Eltern brauchen Unterstützung durch Förderangebote. Es gibt auch Selbsthilfegruppen.

Die Ursache für dieses Verhalten sei erwiesenermaßen seine Unterforderung im Unterricht gewesen. Schon im Kindergartenalter war Max getestet und eine Hochbegabung festgestellt worden.

Die Ursache für dieses Verhalten sei erwiesenermaßen seine Unterforderung im Unterricht gewesen. Schon im Kindergartenalter war Max getestet und eine Hochbegabung festgestellt worden.

Darum zogen seine Eltern jetzt zügig Christiane Poschlat, die Hochbegabtenbeauftragte der Schulverwaltung im Ennepe-Ruhr-Kreis, hinzu.

Wechsel auf eine Regelschule

"Wir haben mit der Schulleitung und Lehrern gute Gespräche geführt, und die Hochbegabtenbeauftragte riet dem Klassenlehrer davon ab, wegen der Verhaltensprobleme ein Sonderschulverfahren für Max einzuleiten."

Das Kind übersprang die zweite Klasse, doch die Probleme ließen nicht nach: Im November 2006 ist Max zur Natorpschule nach Bochum-Weitmar gewechselt. Eine Regelschule, die sich auf die Förderung von Hochbegabten spezialisiert hat.

Konzentrationstraining und Schulung in sozialer Kompetenz

Dort hat er sich, flankiert von einem Konzentrationstraining und Schulungen in sozialer Kompetenz, gut gemacht. Max hat die Gymnasialempfehlung in der Tasche und keine Probleme mehr mit seinen Freunden.

Maren Koch führt das auf seine Förderung zurück, die die Familie mit drei kleinen Kindern allerdings viel Geld gekostet hat. Sie wünscht sich auch darum eine bessere Betreuung der Hochbegabten an den Schulen oder sogar spezielle Schulen, die die Kinder richtig fördern.

Schlimme Erfahrungen mit der Wittener Grundschule

Ihre Erfahrungen mit der Wittener Grundschule haben sie entsetzt: "Da wurde uns stets vorgehalten, wir würden uns weigern, ihm ein Medikament zu geben, das ihn ruhiger macht. Dabei war uns das gar nicht verschrieben worden.

"Am meisten war die Mutter allerdings enttäuscht über das, was sie nach ihren Angaben erst erfuhr, nachdem Max bereits die Schule gewechselt hatte.

"Entgegen dem Rat der Hochbegabtenbeauftragten hatte die Wittener Schule ein Sonderschulverfahren für Max eingeleitet. Obwohl die Verpflichtung dazu bestanden hätte, hat uns niemand an der Grundschule darüber informiert."