"Die Rechte" soll "Nazi-Kiez"-Plakate abhängen

Verfügung der Stadt

"Nazi-Kiez Dorstfeld"? Diese Bezeichnung will die Stadt Dortmund nicht auf den Straßen des Stadtteils lesen. Sie geht jetzt doch gegen die so betitelten Plakate der Partei „Die Rechte“ vor, die in Dorstfeld für viel Unmut gesorgt haben.

DORSTFELD

, 25.04.2017, 16:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nazis in Dorstfeld. Seit Jahren versuchen sie, den Stadtteil als "Nazi-Kiez" darzustellen - gegen den Willen der Bürger und der Stadt.

Nazis in Dorstfeld. Seit Jahren versuchen sie, den Stadtteil als "Nazi-Kiez" darzustellen - gegen den Willen der Bürger und der Stadt.

Man habe die Partei mit einer entsprechenden Verfügung aufgefordert, die Plakate abzuhängen, kündigte Rechtsdezernentin Diane Jägers am Dienstag nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands an. Von einer Aussage des städtischen Rechtsamtes gegenüber dem zuständigen Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß, dass man keine Handhabe gegen die Plakate habe, wollte Jägers nichts wissen.

„Wir können das durchaus unterbinden“, urteilte die Dezernentin. Denn die Plakate mit der strittigen Aufschrift hätten keinen Bezug zur Landtagswahl. Komme die Partei der Aufforderung, die Plakate zu entfernen, nicht bis Ende der Woche nach, werde die Stadt dies selbst machen. Formell sei es aber nötig, zunächst die Partei selbst dazu aufzufordern.

"Ein Schlag ins Gesicht"

Die Rechtsradikalen haben den Ortskern von Dorstfeld mit roten Plakaten vollgehängt. Darauf steht mit weißer Aufschrift „Nazi-Kiez Dorstfeld“. An den Maibaum auf dem Wilhelmplatz hängten sie ein Transparent mit der Aufschrift „Wir hängen nicht nur Plakate“.

Die Plakatierungsaktion hatte in Dorstfeld wütende Reaktionen ausgelöst. „Nazi-Kiez – das ist ein Schlag ins Gesicht für uns alle“, schreibt ein Dorstfelder, der namentlich nicht genannt werden möchte, in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Auch Bezirksbürgermeister hatte wiederholt betont: „Dorstfeld ist kein Nazi-Kiez, wie die Rechtsextremisten das gerne behaupten. Dorstfeld ist eine gute demokratische bürgerliche Gesellschaft“. Das werde an Wahltagen immer wieder deutlich, „denn die Rechten haben hier keinen Rückhalt“.