„Die Schergen des Midas“ bei Netflix: Alles heiße Luft

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Ärgerlich: Da baut eine Serie viel Spannung auf, lotst uns durch ein Komplott aus Mord und Erpressung – und enttäuscht mit dem Finale.

Dortmund

, 19.11.2020, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

So ist es bei der spanischen Mini-Serie „Die Schergen des Midas“. Gäbe es die zweite Staffel, würde man sagen, sie sei schön vorbereitet. Weil die aber in den Sternen steht, kann es gut sein, dass hier ein großer Popanz aufgeblasen wird, dessen Innendekor wir nie zu sehen bekommen.

Mateo Gil und Miguel Barros haben nach Motiven von Jack London ein Verschwörungsdrama aufs Gleis gesetzt, das in Richtung Mystery-Thriller Fahrt aufnimmt: Victor (Luis Tosa), Chef eines Medienkonzerns, wird erpresst. Er soll 50 Millionen zahlen, sonst sterben Menschen, zufällig ausgewählt.

Eine Macht im Schatten

Absender der Schreiben sind die „Schergen des Midas“, eine allwissende Macht im Schatten, deren Morde wie Unfälle aussehen. Die Polizei tappt im Dunkeln. Vier, fünf Tote, Täter und Motiv bleiben ein Rätsel. Ist eine Geheimloge am Werk? Linke Terroristen, die Kapitalisten ins Fadenkreuz nehmen?

Im Szenario steckt auch ein Wirtschaftskrimi. Victors Zeitung droht die feindliche Übernahme, nachdem sie schmutzige Geschäfte einer Großbank aufdeckte. Mit der Journalistin Mónica (Marta Belmonte) beginnt Victor eine Affäre. Auch sie verbeißt sich in die Mordfälle. Fragen nach der Moral von Politik und Finanzwelt stehen im Raum. Spanien wird von Krawallen erschüttert, dazu die Mordserie. Wie hängt all das zusammen? Ob wir es je erfahren, weiß man nicht.

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