Die Spinne auf dem Klavier

HERBEDE Leis', leis', wir setzen uns in den Kreis - mit dem Rhythmusland-Express kommen die Schüler der ersten Klasse in den blauen Saal gefahren.

von Von Julia Reidegeld

, 01.11.2007 / Lesedauer: 3 min
Die Spinne auf dem Klavier

Kursleiterin von Jeki: Julija Lauer

Ihre "Lokführerin" heißt Julija Lauer und ist Musikschulpädagogin. Heute unterrichtet sie 20 Schüler der Herbeder Grundschule. Seit Anfang des Schuljahres gibt es die Möglichkeit mit einem Projekt "jedem Kind ein Instrument" (Jeki) zur Verfügung zu stellen, und die Herbeder Grundschule sagte direkt "ja" dazu.

Wie eine Spinne...

"Das ist doch auch eine tolle Sache, wenn die Kinder vom ersten Schuljahr an mit der Musik umzugehen lernen", freut sich Klassenlehrerin Gudrun Kaup über die Teilnahme an dem Jeki-Projekt.

"Ihr müsst eure linke Hand zu einer Faust ballen und eure rechte wird zu einer Spinne. Jetzt schläft die Spinne auf der Faust sein", so erklärt Julija Lauer den Kindern die Fingerbewegung beim Klavierspielen.

Jetzt versammelt sich die Hälfte der Gruppe im Kreis und reibt mit den Händen: "Tschu, tschu", machen die Kinder, und die andere Hälfte der Schulklasse spielt auf den schwarzen Tasten des Keyboards. "Im ersten Schuljahr wollen wir die Kinder mit verschiedenen Musikinstrumenten vertraut machen", betont Lauer.

Nach den Sommerferien gab es zuerst eine Einführung - und da kamen schon eine Menge Instrumente zusammen: Flöte, Trompete, Posaune, Cello, Gitarre, Geige, Schlagzeug... "Wir arbeiten hier mit allen Sinnen. Jetzt geht es darum, dass die Kinder jedes einzelne Instrument besser kennen lernen. Das nenne ich Instrumentenkarussel", sagt Lauer schmunzelnd, die selber leidenschaftlich gerne Klavier spielt.

Bestimmtes Musikinstrument

Erst im zweiten Schuljahr gehe es dann um ein bestimmtes Musikinstrument, das dann intensiver gelernt wird. "Die Kinder dürfen sich dann eins aussuchen", auch eine finanzielle Unterstützung für sozial schwächere Kinder ermögliche Jeki, hinter dem die Landesregierung und Kulturstiftung steckt.

Mittlerweile haben sich die Jungen und Mädchen an die Xylo- und Metalophonen gesetzt. Eine Gruppe spielt, die andere tanzt. "Kinder, die musizieren, lernen in der Schule besser", weiß Julija Lauer von einer Projekt-Untersuchung. Die Konzentration werde immens gefördert, auch die rhythmischen Bewegungen können Aggressionen abbauen.

 

 

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