Die Spur des Lichts

Andrea Camilleri

Seit 23 Jahren ermittelt Andrea Camilleris Kommissar Montalbano auf Sizilien. Im Krimi "Die Spur des Lichts" lässt der 91-jährige, italienische Bestsellerautor den Commissario seinen 19. Fall lösen. Es ist das persönlichste Montalbano-Buch und einer der schönsten Romane der Reihe.

25.04.2017, 10:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Salvo Montalbano holt die Vergangenheit wieder ein: Vor 15 Jahren hat seine Freundin Livia einen zehn Jahre jungen tunesischen Flüchtling aufgenommen und wollte das Kind adoptieren. Montalbano hat sich dagegen gesträubt. Nun sieht er den inzwischen 25-jährigen Ziehsohn wieder - allerdings anders, als er es sich jemals vorgestellt hat.

Attraktive Kunsthändlerin

In der Beziehung zu Livia kriselt es; Montalbano und sie sind auf Abstand gegangen. Und wie so oft sucht der Commissario bei Seitensprüngen sein Glück. Diesmal ist es die Kunsthändlerin Marian, die für den Ermittler noch reizvoller ist als die Exponate in ihrer Galerie.

Den Mordfall löst Montalbano diesmal fast neben seinen vielen privaten Verstrickungen. Auf dem Acker eines Bauern wird ein Sarg gefunden. Den Toten wird der Kommissar erst ganz am Schluss zu Gesicht bekommen.

Zwischendurch ermittelt er auch mal auf eigene Faust und entlockt schließlich mit einem Niesreiz in seinem Versteck einer Verdächtigen ein Geständnis. Für die "Spur des Lichts" sorgt ein Fernglas in einem Versteck, das Licht führt Montalbano aber nicht auf die richtige Spur.

Dichter Erzählstrom

Camilleri erzählt das alles sehr ruhig, manchmal etwas verschmitzt in einem dichten Erzählstrom und der von ihm gewohnten, sehr schönen Sprache. Die Atmosphäre des kleinen, fiktiven Städtchens Vigàta auf Sizilien beschreibt der Italiener immer so schön, dass sich Montalbano-Fans inzwischen dort richtig Zuhause fühlen. Diese Bücher sind ein wunderbares, sizilianisches Pendant zu den Venedig-Krimis von Donna Leon.

 

Andrea Camilleri: Die Spur des Lichts, 272 S., Bastei Lübbe, 20 Euro, ISBN 978-3-7857-2586-3.